- SpinLab-Manager Alexander Türpe (42, li.) ist der FDP-Kandidat für die OB-Wahl in Leipzig, Tierarzt Getu Abraham (58, re.) tritt vielleicht auch als freier Kandidat an.
Zwei Neue für die OB-Wahl: Der eine will, der andere vielleicht
Am Montagabend wurde mit Alexander Türpe der dritte offizielle Kandidat für die Leipziger Oberbürgermeister-Wahl im kommenden Jahr nominiert. Bei einer Mitgliederversammlung im Marriott Hotel stimmte die Leipziger FDP mit rund 90 Prozent für den Geschäftsmann. Der 42-Jährige Geschäftsführer des Start-up-Accelerators ExiteLab setzte sich damit deutlich gegen seinen einzigen Konkurrenten Jorge Frank durch. Nach seiner Wahl sagte er uns noch am Abend, dass er Leipzig mit einem „innovativen, optimistischen und pragmatischen Ansatz“ weiterentwickeln möchte.
FDP-Kreisvorsitzender Alexander Gunkel betont: „Wir als FDP Leipzig stehen für eine ehrliche und kompetente Politik, die das Wohl der Stadt Leipzig und ihrer Bürgerinnen und Bürger in den Mittelpunkt stellt.“ Mit Alexander Türpe habe man einen Kandidaten, der genau das verkörpere: „Pragmatisch, kompetent und voller Elan.“ Man bringe eine liberale Perspektive in die Leipziger Stadtgesellschaft ein, „die das Zutrauen zu den Bürgerinnen und Bürgern betont, die die Herausforderungen realistisch beschreibt, aber zugleich mit Pragmatismus und Optimismus nach vorne schaut.“
Türpes Themen
Bei seiner Wahl würde der Geschäftsmann Themen wie Haushaltskonsolidierung, Unternehmensansiedlung, Verwaltungsdigitalisierung und Bildung stellen. Er sagt: „Leipzig hat enormes Potenzial - aber die Stadt muss endlich ehrlich mit sich sein: Über eine Milliarde Euro Schulden, steigende Arbeitslosigkeit und eine Verwaltung, die im 20. Jahrhundert feststeckt, sind keine Naturgewalten. Das ist Politikversagen. Und das lässt sich ändern.“
Warum tritt er für die FDP an? „Politisch bin ich überzeugter Liberaler“, so Türpe. „Für mich bedeutet das: wirtschaftliche Stärke als Grundlage gesellschaftlicher Gestaltung, Eigenverantwortung statt Bevormundung, Innovation statt Stillstand.“ Er sei davon überzeugt, dass Städte im internationalen Wettbewerb nur bestehen, wenn sie Gründergeist fördern, Verwaltung modernisieren und klare Standortvorteile schaffen.
Alexander Türpe ist gebürtiger Dresdner, lebt aber schon seit 17 Jahren in Leipzig. Er hat eine Tochter und lebt in einer Patchwalk-Familie.
Bekommt Leipzig seinen ersten afrikanischen OB?
Im Gespräch ist seit dieser Woche auch der gebürtige Äthiopier Getu Abraham (58). Der freie Stadtrat und in der Uni-Tierklinik lehrende Professor für Tiermedizin könnte von einem bürgerlichen Bündnis ins Rennen geschickt werden. Auf Anfrage sagte er uns: „Das sind Erwägungen, dafür entschieden habe ich mich aber noch nicht.“ Viele hätten ihn gefragt, ob er seinen Hut in den Ring werden wolle. „Also ob ich mir vorstellen könnte, für Leipzig zu machen.“ Was das dann wäre, wollte er auf Nachfrage noch nicht sagen. „Ich habe mich ja noch nicht entschieden.“
Abraham war 1989 zum Studieren nach Deutschland gekommen. Inzwischen ist er Professor und arbeitet in Leipzig als Tierarzt und Forscher in der klinischen Pharmakologie und Pferdemedizin an der Universität. Ab 2016 war er SPD-Mitglied, seit 2019 ist er Stadtrat. 2023 trat er wegen internen Differenzen aus der Partei aus und ist seitdem als freier Stadtrat aktiv. Anfang 2025 schloss er sich der CDU-Fraktion an, die seither die größte im Leipziger Stadtrat ist.
Diese beiden treten auch an
In den letzten Wochen bereits nominiert wurden von den Linken Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (48) und vom BSW Eric Recke (38).
