- Die Trainer Khvicha Shubitidze (links) und Rico Schmitt (rechts) sehnen sich beide nach dem Sachsenpokal - hier im Bild gehalten von SFV-Präsident Hermann Winkler.
FSV gegen Aue im Pokalfinale: Wird Zwickaus größter Traum wahr?
Am Samstagnachmittag stehen sich der FSV Zwickau und der FC Erzgebirge Aue im Finale des Sachsenpokals gegenüber. Es ist ein Duell, das polarisiert - nicht nur weil es ein Endspiel ist, sondern schon allein durch die Paarung. Das zeigt sich auch an der Nachfrage. Knapp 20.000 Tickets hätten verkauft werden können. Ins Eckersbacher Stadion passen aber nur etwa 9.700.
FSV mit „Bonusspiel“, Aue im Zugzwang
Die Ausgangslage könnte unterschiedlicher nicht sein. Der FSV Zwickau beendete die Spielzeit in der Regionalliga auf einem starken dritten Platz und kann auf die gute Saison jetzt das Sahnehäubchen setzen. Es überwiegt die Euphorie. „Man merkt die Atmosphäre und die Energie in der Stadt und im Bekanntenkreis. Das ist ein Bonusspiel, was wir uns erarbeitet haben“, so FSV-Coach Rico Schmitt auf der Pressekonferenz. Für den FC Erzgebirge dagegen geht es nach dem Abstieg aus Liga 3 darum, die desaströse Saison noch irgendwie versöhnlich abzuschließen.
50:50 oder 99:1?
Die Veilchen haben in der jüngeren Vergangenheit bereits Endspielerfahrung gesammelt. In den letzten beiden Jahren verlor man gegen Dynamo Dresden (0:2 n.V.) und Lok Leipzig (5:6 n.E.). Nun soll es im dritten Anlauf klappen mit dem Pokaltriumph. Dass Aue eine Liga höher spielt als der FSV, macht die Lila-Weißen nicht zum Favoriten, sagte FCE-Trainer Khvicha Shubitidze vorab: „In so einem Finale spielen Emotionen eine große Rolle. Ich sage, die Chancen stehen Fifty-Fifty.“
Rico Schmitt ist da anderer Meinung. Der 57-Jährige sieht sich und sein Team in der Rolle des absoluten Außenseiters - und das, obwohl der FSV seit August 2024 zuhause kein Spiel mehr verloren hat. Auf der Pressekonferenz wies er den Druck von seinen Jungs: „Aue hat sich in den letzten Wochen stabilisiert und ist Drittligist, wir Regionalligist. Aber wir arbeiten an dieser 1-%-Chance.“ Lohnen würde es sich allemal. Es wäre der erste Sachsenpokalsieg überhaupt für Zwickau.
Ein Duell mit hoher Brisanz - und Seltenheitswert
Einen aussagekräftigen Vergleich der beiden Teams hat es in letzter Zeit nicht gegeben. Die Drittliga-Duelle in der Saison 2022/23 waren die einzigen beiden Aufeinandertreffen in den vergangenen zehn Jahren. Zwickau gewann im Erzgebirge, der FCE revanchierte sich dafür in der Rückrunde beim FSV. Im Pokal begegnete man sich zuletzt im Jahr 2016 - damals gewann Aue zuhause mit 1:0. Am Samstag bekommt die Geschichte der Rivalen ein weiteres Kapitel. Ob darin später einmal geschrieben steht, dass der „größte Traum“ des FSV und seiner Anhänger am 23. Mai 2026 endlich wahr wurde (analog zum Spruch auf den extra angefertigten Shirts), wird sich zeigen. Anstoß in der GGZ Arena ist um 15:30 Uhr.
Anfahrtsinformation
Die Polizei bittet alle Zwickauer Anhänger, mit der Straßenbahn anzureisen. Autofahrer müssen beachten, dass im Bereich Amseltal/Trillerstraße/Mülsener Straße nicht geparkt werden kann und die Treppe hoch zur Arena gesperrt ist. Bei der Abreise ist zu beachten, dass in der ersten Phase nach dem Spiel eine Ausfahrt in Richtung der B 173 nicht möglich sein wird. Alle Fahrzeuge werden konsequent in Richtung der B 93 geleitet.
