- Werkleiterin Tina Stölzel vor der Verpackungslinie
- Tabletten werden an dieser Stelle in Blister eingefügt.
Zwickauer Recipharm-Werk kann jetzt alles - auch verpacken
Bisher wurden im Jahr rund 500 Tonnen Medikamente vom Zwickauer Recipharm-Werk nach Monheim am Rhein gebracht und dort verpackt. Diese Transporte entfallen jetzt nach und nach. Eine Verpackungsanlage wurde bereits versetzt: vom Standort im Westen ins Gewerbegebiet Kopernikusstraße. Seit Donnerstag ist sie in Betrieb. Eine zweite Anlage folgt - ihr Start in Zwickau ist für 2027 geplant.
Am Anfang der Verpackungslinie befindet sich ein Trichter für die Tabletten oder Kapseln. Am Ende der Anlage steht eine Palette mit Versandkartons, in denen die fertigen Schachteln mit Blistern und Beipackzetteln landen. Die Anlage kann in einer Minute 540 Blister „ausspucken“!
Recipharm investiert 1,8 Millionen Euro, damit auch dieser letzte Arbeitsschritt in Zwickau stattfinden kann. „Wir können jetzt am Standort die gesamte Wertschöpfungskette bedienen, sind flexibler in der Planung und sparen Lagerung und Transport“, nennt Werkleiterin Tina Stölzel die Vorteile dieses Projektes.
Die Chemikerin leitet das Arzneimittelwerk schon seit 30 Jahren. Der Wettbewerb sei hart, sagt sie, aber der Zwickauer Recipharm-Standort sei gut aufgestellt. Voriges Jahr wurde die Entwicklungsabteilung eröffnet. „Wir arbeiten schon im frühen Stadium der Arzneimittelentwicklung mit Firmen zusammen und wollen sie so als Partner gewinnen und das Arzneimittel zur Marktreife und zum kommerziellen Vertrieb führen“, so Tina Stölzel.
Auf den Tablettenschachteln ist das Firmenlogo von Recipharm nicht zu finden. Das Zwickauer Werk mit 240 Beschäftigten stellt Arzneimittel im Auftrag anderer Pharmafirmen her. Sie werden in rund 50 Länder geliefert, auch nach Amerika und Asien. Zu den 60 Produkten gehören unter anderem Schmerzmittel und Medikamente gegen Epilepsie.

