- Die beiden Stadträte Robert Reschke und Holger Zastrow (re.) stehen in der Heide an der Freifläche, auf der bald Windräder gebaut werden könnten
Windräder in der Heide? Schon 7000 Leute dagegen
Es ist eine große Lichtung unweit der Kreuzung nach Radeberg und Dresden in der Dresdner Heide. Abgeholzte Borkenkäfer-Fichten haben hier Platz gemacht für neue Baumsetzlinge, die Vögel zwitschern, die Sonne scheint. Hier - in einem der größten Stadtwälder Deutschlands mit 5000 Hektar - atmet der Dresdner durch.
Doch bald soll ein knapp 80 Hektar großes Teilstück auch als Fläche für mögliche Windkrafträder ausgewiesen werden. Das will nächsten Montag der Regionale Planungsverband für Dresden, den Raum Meißen und die Sächsische Schweiz beschließen. Insgesamt wurden 102 Grundstücke ausgemacht. Auch das Schönfelder Hochland und Rossendorf sind in den Plänen aufgeführt.
Doch nur eine Woche nach Bekanntwerden der Pläne, sammelte eine Petition gegen Windräder in Dresden schon 7000 Unterschriften ein. „Wir wollen damit ein klares Zeichen setzen. Es ist auch ein klares Signal an die Landesregierung und die Bundesregierung, die beide von der CDU angeführt werden. Beide können auch die Rahmenbedingungen ändern“, so Initiator Holger Zastrow. Der Bund gibt vor, bis 2032 zwei Prozent der Landesfläche für Windenergie bereitzustellen. Wo die sind, soll auf lokaler Ebene entschieden werden - daher der Planungsverband. Der Stadtrat verweist auf zwei gültige Stadtratsbeschlüsse gegen Windräder auf Dresdner Gebiet, die für die Planer aber nicht bindend waren.
„Es reden ja alle darüber, was eigentlich einer Demokratie Schaden zufügt. Und da muss ich schon sagen: der allergrößte Schaden wäre, wenn man klare Voten der lokalen Parlamente, der Gemeinde- und Stadträte, nicht respektiert“, so Zastrow weiter. Auf einen gewissen Hebel des Stadtrates hofft er dennoch, da die Heide als Ganzes als Landschaftsschutzgebiet gilt. Für eine Baugenehmigung für Windräder müsste also das betreffende Teilstück ausgegliedert werden. „Da ist auf jedenfall der Stadtrat gefragt. Wie damals, als Siemens - heute Infineon - ein Stück Heide aus dem Landschaftsschutzgebiet ausgegliedert hat (für den Bau der Chip-Fabrik, d.R.), das ging auch nur mit Beschluss des Stadtrates. Und so wäre es, aus meiner Sicht auch hier in der Heide.“
