++ EIL ++
  • Dr. med. habil. Yusef Moulla, kommissarischer Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, am Steuer der Technik.

Weltspitze! 1000. OP von Dr. Roboter

Zuletzt aktualisiert:

Der Blick fällt auf einen Mann in grüner OP-Kleidung. Vor ihm leuchtet ein Monitor, auf dem das Innere eines menschlichen Körpers zu sehen ist. Seine Hände liegen ruhig an den Steuergriffen eines Robotersystems, konzentriert, präzise, fast wie bei einem Musiker vor einem besonders schwierigen Stück. Auf dem Foto sitzt Dr. med. habil. Yusef Moulla, kommissarischer Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, am Steuer der Technik. Kein Zukunftsfilm, keine ferne Vision – sondern gelebter Klinikalltag in Chemnitz. Und was für einer: Das Klinikum hat jetzt die Marke von 1.000 Operationen mit dem System Versius überschritten.

Diese Zahl ist mehr als eine hübsche Statistik. Sie steht für Erfahrung, für Mut zur Innovation und für eine Medizin, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Chemnitz mischt ganz oben mit

Seit 2021 arbeitet das Klinikum Chemnitz mit dem Robotersystem Versius des Herstellers CMR Surgical. Damals war es die erste Einrichtung in Deutschland, die mit diesem System operierte. Das war ein Schritt mit Signalwirkung. Denn Versius funktioniert anders als viele herkömmliche OP-Roboter: Das System besteht aus mobilen Einheiten und lässt sich dadurch flexibler einsetzen. Man könnte sagen, es bewegt sich nicht wie ein starrer Koloss, sondern eher wie ein wendiges Team aus hochpräzisen Helfern.

Heute gilt das Klinikum als internationales Referenzzentrum für roboterassistierte Chirurgie. Regelmäßig reisen Spezialisten aus ganz Europa nach Chemnitz, um hier zu lernen. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet hier ein Stück Medizingeschichte geschrieben wird?

Die 1.000. Operation als Meilenstein

Zum Jubiläum führte das Team eine besonders anspruchsvolle Operation durch: eine robotische Ivor-Lewis-Ösophagektomie zur Behandlung von Speiseröhrenkrebs. Dabei entfernten die Ärzte etwa zwei Drittel der Speiseröhre und ein Drittel des Magens. Aus dem verbleibenden Gewebe formten sie einen Magenschlauch und verbanden ihn mit dem Rest der Speiseröhre.

Der Eingriff dauerte fünf Stunden. Dr. med. habil. Yusef Moulla, kommissarischer Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, führte die Operation durch, während Ihar Kustau, Arzt in Weiterbildung, die Instrumente einführte und assistierte. Gerade im engen Raum zwischen Brust- und Bauchraum kommt es auf jeden Millimeter an. Genau dort spielt die Technik ihre Stärken aus.

Was Patienten davon haben

Doch was bringt das alles ganz konkret? Eine Menge. Das minimalinvasive Vorgehen reduziert die körperliche Belastung, senkt den Blutverlust und verringert das Risiko von Nervenschäden. Für Patienten heißt das oft: schneller wieder auf die Beine kommen.

Für Chemnitz ist die 1.000. Operation deshalb nicht das Ende einer Entwicklung, sondern eher ein neues Kapitel. Und so führt der Weg zurück zum Bild vom Anfang: ein Arzt, ein Bildschirm, ruhige Hände. Die Maschine hilft. Aber die Entscheidung, die Erfahrung und das Können – die bleiben menschlich.