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  • Taxipreise Chemnitz: Nach zwei gescheiterten Versuchen, Uber zu regulieren, sollen Taxis bis zu 20 Prozent Rabatt anbieten dürfen.

Wegen Uber: Stadtrat prüft Taxipreise

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Erst sollte Uber gebremst werden. Jetzt dürfen möglicherweise die Taxis beim Preis auf die Bremse treten. Nach zwei gescheiterten Versuchen, Mindestpreise für Fahrdienste einzuführen, will die Stadt Chemnitz den Taxiunternehmen mehr Spielraum geben. Kunden könnten künftig bis zu 20 Prozent sparen.

Mehr Rabatt im Kampf gegen Uber

Bisher dürfen die Chemnitzer Taxibetriebe bei vorher vereinbarten Festpreisen den regulären Tarif um höchstens fünf Prozent unterschreiten. Künftig sollen bis zu 20 Prozent Nachlass möglich sein. Damit will die Stadt den Unternehmen helfen, besser gegen Uber und andere Fahrdienste zu bestehen. Denn die Konkurrenz kann ihre Preise flexibel an Angebot und Nachfrage anpassen.

Den Vorschlag hatte die Chemnitzer Taxigenossenschaft eingebracht.

Allerdings gibt es den Rabatt nicht einfach beim Einsteigen. Der günstigere Fahrpreis muss vorher vereinbart werden. Einen automatischen Nachlass für alle Kunden sieht die Regelung nicht vor. Ein Beispiel: Kostet eine Fahrt regulär 20 Euro, könnte sie künftig für 16 Euro angeboten werden. Umgekehrt soll bei vereinbarten Festpreisen auch ein Aufschlag von bis zu 20 Prozent möglich sein.

Zweimal scheiterten Mindestpreise für Uber

Dabei beschäftigt der Preiskampf die Chemnitzer Stadtpolitik schon länger. Bereits im Dezember 2025 wollten SPD und Linke Mindestpreise für Uber und andere Mietwagen durchsetzen. Damit sollten die unterschiedlichen Wettbewerbsbedingungen zwischen den Fahrdiensten und den klassischen Taxibetrieben ausgeglichen werden.

Doch der Vorstoß scheiterte knapp. Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD) hatte sich gegen die zusätzlichen Beschränkungen ausgesprochen. Am Ende stimmten 19 Stadträte dafür und 23 dagegen. Sechs enthielten sich. Im September 2026 versuchten es beide Fraktionen erneut. Diesmal fiel die Entscheidung noch deutlicher aus. Nur elf Stadträte unterstützten den Antrag, 40 lehnten ihn ab.

Die Verwaltung hatte zuvor vor rechtlichen Risiken gewarnt. Nun also ein anderer Weg. Statt Uber und anderen Mietwagen Mindestpreise vorzuschreiben, sollen die Chemnitzer Taxibetriebe bei ihren eigenen Angeboten beweglicher werden.

Gleichzeitig wird Taxifahren teurer

Während die Stadt günstigere Festpreise ermöglichen will, steigen die regulären Tarife weiter. Erst im Mai waren die Fahrpreise um durchschnittlich 15 bis 16 Prozent erhöht worden. Damals kletterte die Grundgebühr von 4 auf 4,50 Euro. Und die nächste Erhöhung ist bereits beschlossen. Ab Januar 2027 steigt der Grundpreis auf 5,20 Euro. Auch die Kilometerpreise werden angehoben.

Entscheidung fällt kommende Woche

Über die neuen Festpreisregeln berät am Donnerstag zunächst der Verwaltungs- und Finanzausschuss. Die endgültige Entscheidung trifft der Stadtrat am 11. November. Stimmt er zu, könnte die Änderung schon ab dem 15. November gelten.