- Die Bahngleise lägen auf dem Zellschen Weg mittig, führen dann weiter zum Wasaplatz
- Die komplette Streckenführung der Campuslinie, wenn sie denn mal fertig wird
Campuslinie: Autos sollen Platz für Radfahrer machen
Im Bauausschuss wurde gestern Abend den Stadträten der letzte Abschnitt der Campuslinie vorgestellt, der ab 2030 vom Nürnberger Ei zum Wasaplatz gebaut werden soll. Dafür gibt es seit 2016 einen gültigen Stadtratsbeschluss. Doch der muss abgeändert werden, weil „laut Regelwerk“ auf der Caspar-David-Friedrich-Straße nicht nur ein, sonderrn zwei Radwege (einer in jede Richtung) anzulegen seien, so Straßenbau-Chefin Simone Prüfer. Deshalb sollen dort Autofahrer auf die Bahnschienen ausweichen, um Platz für einen zweiten Radweg zu machen.
Eine verkehrstechnische Untersuchung, die 2024 dem Stadtrat vorgestellt wurde, ergab am Wasaplatz schlechte Bedingungen für den Nah- und Autoverkehr. Wegen der baulichen Zwänge des Wasaplatzes und der hohen ÖPNV-Dichte (66 Fahrten je Stunde) sei der gängigste Kompromiss, so Prüfer, die Sperrung der Lockwitzer Straße für den Kfz-Verkehr stadteinwärts zwischen Heinrich-Zille-Straße und Wasaplatz. Die bisherige Einbahnstraße „Lannerstraße“ würde in beide Fahrtrichtungen geöffnet. Zudem soll die Linksabbiegerspur von der Caspar-David-Friedrich-Straße in die Wasastraße erhalten bleiben.
Auch die Heinrich-Zille-Straße bekäme in Richtung Lockwitzer Straße und Radroute TU Dresden – Großer Garten / Striesen einen Radweg. Soweit die Vorschläge - das letzte Wort hat der Stadtrat.
Eh kein Geld da?
Stadtrat Holger Zastrow verurteilte die aktualisierten Pläne: „Was als angeblich einzig mögliche Lösung am Wasaplatz vorgeschlagen wird, ist eine einzige Provokation. Der Platz ist bereits heute an der Kapazitätsgrenze, wie in den Unterlagen der Stadt zu lesen ist. Für die Pläne aus dem Jahr 2016 zur Fortführung der Campuslinie werden weiter sinnlos Kapazitäten und Geld verschwendet, um Scheinlösungen vorzuschlagen. Wir fordern den Oberbürgermeister auf, diese Pläne im Zuge der Planungen zum kommenden Doppelhaushalt zu beerdigen. Es gibt in Dresden in den nächsten Jahren weder Geld noch politische Mehrheiten für dieses Projekt.“
Sollte der letzte Streckenabschnitt ab 2030 jedoch nicht gebaut werden, könnte es Rückforderungen von Fördermitteln geben, warnt die Stadt: „Entscheidend ist, dass sowohl der Abschnitt von der Nossener Brücke über die Nürnberger Straße als auch der Abschnitt vom Zelleschen Weg bis zum Wasaplatz gebaut werden. Nur dann ist auch die Förderfähigkeit des Gesamtprojekts gesichert. Für die beiden Abschnitte wurden Bundesmittel in Höhe von 129,6 Millionen Euro sowie ergänzende Landesmittel von 15,7 Millionen Euro beantragt.“
Den ursprünglichen Zeitplan hat das einstige Stadtbahn2020-Projekt - so benannt nach seiner ursprünglich geplanten Fertigstellung - schon lange verfehlt. Wenn alle Abschnitte realisiert werden, ist nicht vor 2035 damit zu rechnen, dass die neue Straßenbahnverbindung die TU mit den Straßenbahnlinien 7 und 4 erschließt und so die Buslinie 61 entlastet.

