++ EIL ++
  • Thomas Majka verbindet Zauberei mit Gedankenlesen.
  • Der Mentalist steht auch gerne mit anderen auf der Bühne - hier mit den Zauberzwillingen.

Vom Erzieher zum Mentalisten: Kann dieser Neu-Leipziger Gedanken lesen?

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Thomas Majka ist Zauberkünstler, Mentalist und ausgebildeter Erzieher. Ursprünglich kommt er aus Bautzen, seine Heimat ist Görlitz – inzwischen lebt und arbeitet er seit einem Jahr in Leipzig. Und auch wenn er hier angekommen ist, soll Leipzig nicht unbedingt seine letzte Station bleiben.

Aber kann er denn wirklich Gedanken lesen? Thomas Majka würde das so nicht unterschreiben. Der Zauberkünstler und Mentalist beschäftigt sich mit Körpersprache, Menschenkenntnis und geschickter Manipulation. Das Ergebnis sieht für das Publikum trotzdem erstaunlich oft nach Gedankenlesen aus.

Seit genau einem Jahr lebt Majka in Leipzig. Zuvor war Dresden sein Zuhause. Der Umzug in die Messestadt war für ihn dabei auch ein persönlicher Neuanfang: „Ich brauchte einen neuen Anstrich“, erzählt er.

Vom Erzieher zum Zauberer

Dass er irgendwann einmal professionell auf Bühnen stehen würde, war zunächst alles andere als geplant. Majka machte eine Ausbildung zum Erzieher. Kreativität gehörte dabei zum Berufsbild – und genau das wurde für ihn zum Ausgangspunkt seiner späteren Karriere.

„Als Erzieher muss man singen können, basteln können oder ein Instrument spielen können. Ich konnte alles nicht. Und ich brauchte ein anderes Hobby, da hab ich mit Zauberei angefangen“, erzählt er.

Aus dem Hobby wurde schnell mehr. Er entdeckte seine Liebe zur Zauberei, kurz darauf gründete er seine erste Zauberschule in Niesky, später folgte eine weitere in Görlitz. Seit 25 Jahren arbeitet er als freischaffender Zauberkünstler.

Auch heute ist die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ein wichtiger Teil seines Lebens.

Sein Wissen gibt er inzwischen auch an junge Zauberkünstler weiter, die aus ihrem Hobby einen Beruf machen wollen. Dazu gehören unter anderem die Zauberzwillinge aus Görlitz.

„Aber ich arbeite immer noch gerne mit Kindern und Jugendlichen!“

Seine beiden beruflichen Welten verbindet Majka auch in seinem Feriencamp „Camp HalliGalli“. Das Ferienangebot richtet sich an Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren und setzt auf gemeinsame Aktivitäten und Mitbestimmung.

Seine Ausbildung zum Erzieher kommt ihm dabei bis heute zugute. Auch seine Kinderzaubershows sind entsprechend interaktiv angelegt: Die jungen Zuschauer sollen nicht nur zuschauen, sondern selbst Teil der Zauberei werden.

Am liebsten nicht alleine

Auch wenn er regelmäßig als Solokünstler auftritt, teilt er die Bühne mindestens genauso gerne (wenn nicht sogar lieber) mit anderen Zauberkünstlern. Besonders mit seinem langjährigen Bühnenpartner Vincent verbindet ihn eine gemeinsame Leidenschaft für moderne Zauberkunst und Mentalmagie. Als „Thomas & Vincent“ setzen die beiden auf eine Mischung aus Interaktion, Humor und Mentalmagie – das Publikum soll dabei nicht einfach nur zuschauen, sondern Teil der Show werden.

Aber auch mit dem Nachwuchs arbeitet Majka gerne zusammen. So steht er unter anderem mit den Zauberzwillingen Merlin und Benito (19) aus Görlitz auf der Bühne. Für ihn ist das mehr als eine Zusammenarbeit: Er möchte junge Zauberkünstler unterstützen, ihnen Bühnenerfahrung ermöglichen und sie auf dem Weg in die professionelle Zauberei begleiten.

Mentalist: Gedankenlesen ist es nicht ganz

Auf der Bühne wird es dann psychologischer. Als Mentalist beschäftigt sich Majka mit der Wahrnehmung und dem Verhalten von Menschen. Körpersprache spielt dabei eine wichtige Rolle.

„Es ist ein bisschen wie eine Manipulation, aber auf eine liebevolle Art und Weise. Ich spiele den Menschen vor, dass sie eine freie Wahl hätten – haben sie aber nicht. Aber es fühlt sich eben so an“, beschreibt er seine Arbeit.

Das klingt zunächst nach Gedankenlesen. Genau das sei aber eigentlich nicht ganz der richtige Begriff. Majka verbindet Menschenkenntnis mit erlernten Tricks und jahrelanger Erfahrung in der Zauberkunst.

Menschenkenntnis sei dabei das A und O. Wer genau beobachtet, kann aus kleinen Reaktionen, Bewegungen und Entscheidungen einiges über sein Gegenüber erfahren. Dazu kommen die Tricks der Zauberkunst – und genau aus dieser Kombination entstehen die Momente, bei denen sich das Publikum fragt: Woher konnte er das wissen?

Vom Leipziger Alltag auf die Weltmeere

Leipzig ist für Majka inzwischen also eine neue Basis – aber sein Blick geht längst wieder weiter. In Zukunft möchte er zumindest zeitweise nach Italien auswandern. Ganz weg von der Bühne soll es dabei natürlich nicht gehen.

Denn auch international hat Majka bereits Erfahrungen gesammelt: Er war als Gastkünstler auf Kreuzfahrtschiffen unterwegs. Das Arbeiten auf See möchte er deshalb gerne wiederholen. Kreuzfahrtschiffe bieten für einen Zauberkünstler schließlich genau das, was Majka sucht: wechselnde Orte, internationales Publikum und jeden Abend eine neue Bühne.

Und so könnte Leipzig am Ende vielleicht tatsächlich nur eine weitere Station in seiner Geschichte sein. Angefangen hat alles mit einem Erzieher, der weder singen noch basteln oder ein Instrument spielen konnte – und deshalb ausgerechnet zur Zauberei kam.

Heute macht er daraus seinen Beruf. Und wer weiß: Vielleicht zaubert Thomas Majka seine nächste große Show irgendwann nicht mehr in Leipzig, sondern irgendwo zwischen Italien und dem offenen Meer.

Audio:

Thomas Majka war zu Besuch bei uns im Studio und wir haben den Mentalisten auf die Probe gestellt: