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  • Vom geplanten Abriss zum Staatspreis: Das Chemnitzer Viadukt erhält den Deutschen Ingenieurbaupreis 2026. Die Auszeichnung ist mit 30.000 Euro dotiert.

Vom Abrisskandidaten zum Preisträger

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Vor ein paar Jahren sollte es noch aus dem Stadtbild verschwinden. Heute trägt das Chemnitzer Viadukt den Deutschen Ingenieurbaupreis 2026. Die historische Eisenbahnbrücke an der Annaberger Straße wurde mit dem Staatspreis der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Das haben das Bundesbauministerium und die Bundesingenieurkammer mitgeteilt.

Die Jury würdigt damit eine Sanierung, die Denkmalschutz und modernen Bahnverkehr miteinander verbindet. Verliehen wurde die Auszeichnung am 14. Oktober in Berlin.

30.000 Euro für Ingenieure und Bahn

Der Staatspreis ist mit 30.000 Euro dotiert. Er geht an das Dresdner Ingenieurbüro KREBS+KIEFER und die DB InfraGO AG als Bauherrin. Insgesamt waren 41 Projekte eingereicht worden. Sieben schafften es in die Endauswahl. Am Ende bekam das Chemnitzer Viadukt den Hauptpreis.

Die Fachleute untersuchten die alte Stahlkonstruktion und verstärkten gezielt einzelne Teile. Andere Bauteile wurden ersetzt. So konnte die Brücke an die heutigen Anforderungen angepasst werden, ohne das gesamte Bauwerk neu zu errichten. Die Jury hob besonders den Erhalt der historischen Substanz und den schonenden Umgang mit Ressourcen hervor.

Die Bahn wollte den Abriss

Dabei sah die Zukunft des Viadukts vor einigen Jahren noch ganz anders aus. Die Deutsche Bahn wollte die mehr als 120 Jahre alte Brücke abreißen und durch einen Neubau ersetzen. Doch dagegen regte sich in Chemnitz Widerstand. 2013 sammelten Bürger Unterschriften, organisierten Ausstellungen und Vorträge. Aus dem Protest ging der Verein Viadukt e. V. hervor.

Auch die Stadt setzte sich für den Erhalt ein. 2018 entschied schließlich das Eisenbahn-Bundesamt, dass die Bahn das denkmalgeschützte Bauwerk sanieren muss. Der geplante Abriss war damit vom Tisch.

Ein Stück Stadtgeschichte bleibt

Das 275 Meter lange Viadukt wurde 1909 fertiggestellt. Es führt über die Annaberger Straße und die Chemnitz. Die Stahlkonstruktion stammt aus der Zeit, als sich Chemnitz zu einem bedeutenden Industriestandort entwickelte.

Im September 2024 wurde die sanierte Brücke feierlich wiedereröffnet. Damit war zugleich die Modernisierung des Chemnitzer Bahnbogens abgeschlossen. Von einem neuen Aussichtspunkt mit dem Namen „Balkon“ lässt sich die Konstruktion heute betrachten. Historische Geländerpfosten erinnern dort an das ursprüngliche Bauwerk. Die Brücke steht weiterhin im Chemnitzer Stadtbild. Und zu ihrer Geschichte gehört jetzt auch ein Staatspreis.