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  • Feierlicher Spatenstich für "United Heat": Matthias Block (Vorstandsvorsitzender Stadtwerke Görlitz AG), Rafał Gronicz (Bürgermeister Zgorzelec), Octavian Ursu (Oberbürgermeister Görlitz), Michael Kretschmer (Ministerpräsident Sachsen), Katherina Reiche (Bundesministerin für Wirtschaft und Energie), Konrad Wojnarowski (Unterstaatssekretär des polnischen Energieministeriums), Paweł Gancarz (Marschall der Woiwodschaft Niederschlesien), Adam Kampa (Geschäftsführer Szczecińska Energetyka Cieplna Sp. z o.o.), Marten Bunnemann (CEO E.ON Energy Infrastructure Solutions), Martin Ridder (CEO des Geschäftsbereichs Energie & Wasser von Veolia) (v.l.n.r.) geben gemeinsam den Startschuss für das grenzüberschreitende Fernwärmeprojekt.

Görlitz und Zgorzelec heizen ab 2030 klimafreundlich und sicher

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Sechs Jahre haben Görlitz und Zgorzelec darauf hingearbeitet. Der Aufbau eines gemeinsamen, klimafreundlichen Fernwärmenetzes kann beginnen. Heute wurde dafür der symbolische erste Spatenstich gesetzt. Beide Städte wollen ab 2030 mit erneuerbaren Energien heizen. Das Projekt „United Heat“  ist das erste deutsch-polnische Fernwärmevorhaben. 

„Görlitz und Zgorzelec sind Vorreiter“

Durch „United Heat“ werde die klare Botschaft an Europa gesendet, dass die Energiewende lokal funktioniere und dass Grenzregionen keine Randregionen seien, sagte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. „Görlitz und Zgorzelec sind hier Vorreiter.“  Mit diesem widerstandsfähigen System werde garantiert, dass sich die Einwohner auch in unsicheren Zeiten sicher fühlen können„, hob der Bürgermeister von Zgorzelec, Rafal Gronicz, hervor.

Mit der Zusammenlegung und Modernisierung sind Investitionen von mehr als 195 Millionen Euro verbunden. Europäische Union und Bund fördern das Vorhaben maßgeblich. Das Projekt sei ein Beispiel für die effektive Nutzung europäischer Förderinstrumente.  “Es verringert die Abhängigkeit von Rohstoffimporten und verbessert die Luftqualität„, so der polnische Energieminister Milosz Molyka.

Berzdorfer See als Wärmespender

Das Konzept sieht vor, dass alle fünf Fernwärmegebiete in der Europastadt Görlitz-Zgorzelec miteinander verbunden werden – mit einer insgesamt zwölf Kilometer langen Leitung. Sie wird von Görlitz-Königshufen am Klärwerk-Nord über die Neiße nach Zgorzelec verlaufen. 

Der Berzdorfer See liefert künftig ein Drittel der sauberen Wärme für Görlitz und Zgorzelec. Das Verfahren heißt “Seethermie„. Am See wird ein Wärmetauscher errichtet. “Wasser aus dem See durchläuft die Anlage, die Wärme wird herausgezogen und das Wasser wird wieder zurück in den See geleitet„, erläutert Sascha Caron, Prokurist der Stadtwerke Görlitz. Hinzu kommt eine Wärmepumpe für gereinigtes Abwässer an der Kläranlage “Nord„. 

Braunkohleluft adé

Fast die Hälfte der Wärme für die Europastadt wird künftig aus Biomasse gewonnen.  Außerdem errichten die Stadtwerke Görlitz auf einem 37 Hektar großen Gelände an der Autobahn ein Solarfeld  und einen Erdbeckenspeicher. In Zgorzelec wird ein Biomasseheizwerk gebaut.  Es soll die Braunkohlefeuerung ablösen. Der typische Geruch, der vor allem an kalten, klaren Wintertagen den Görlitzern und Zgorzelecern in die Nase zieht, soll bald der Vergangenheit angehören. 

Für die Umsetzung von “United Heat„ wurde ein multinationales Team mit 30 Fachleuten gebildet.

 

Audio:

Oberbürgermeister Octavian Ursu
Bürgermeister von Zgorzelec, Rafal Gronicz