- Die Projektverantwortlichen Heiko Nytsch, Thomas Würfel und Rainer Aurin (Stadtentwässerung Dresden GmbH) stehen im Absturzbauwerk am Ende des Industriesammlers Nord. Wenige Meter noch, dann fließt das Industriewasser in die Kläranlage Dresden-Kaditz.
Technisches Meisterwerk: Industriesammler Nord geht in Betrieb
Industriesammler Nord in Dresden offiziell in BetriebNach nur drei Jahren Bauzeit hat die Stadtentwässerung Dresden den 76 Millionen Euro teuren Industriesammler Nord (ISN) heute offiziell in Betrieb genommen. Der rund zehn Kilometer lange Abwasserkanal sichert die Entwässerungsinfrastruktur für das starke Wachstum der Halbleiterindustrie.
Wichtiges Infrastrukturprojekt für die Halbleiterindustrie
Oberbürgermeister Dirk Hilbert betonte bei der feierlichen Inbetriebnahme auf der Kläranlage Dresden-Kaditz die große Bedeutung des Projekts für Dresden als führenden Mikroelektronikstandort Europas. Angesichts neuer Investitionen und Werksansiedlungen (darunter ESMC) werden sich die industriellen Abwassermengen in den kommenden Jahren verdoppeln.Der neue Kanal nimmt die Abwässer aus den Industriegebieten in Klotzsche, Rähnitz und Wilschdorf auf und transportiert sie direkt nach Kaditz, wodurch das bestehende Netz spürbar entlastet wird.
Technische Höchstleistung
- Länge: ca. 10 Kilometer (davon rund 7 Kilometer im geschlossenen Rohrvortrieb)
- Besonderheit: Dank eines natürlichen Geländegefälles von rund 100 Metern arbeitet die Leitung als Gefälledruckleitung (DN 1.200) und kommt vollständig ohne zusätzliche Pumpwerke aus.
- Herausforderungen: Unterquerung von Straßen, der Autobahn A4 und einer wichtigen Bahntrasse; Bewältigung von Elbehochwasser und Altlasten
Nächster Schritt: Ausbau der Kläranlage
Mit dem erfolgreichen Abschluss des Großprojekts im Zeitplan – inklusive des direkten Anschlusses des neuen Infineon-Werks im Sommer – blickt die Stadtentwässerung bereits voraus: Bis Mitte der 2030er Jahre wird die Kläranlage Dresden-Kaditz für steigende Abwassermengen und höhere Umweltstandards umfassend erweitert.
Geplant sind unter anderem eine neue mechanische Abwasserbehandlung, zusätzliche Belebungs- und Nachklärbecken, eine weitergehende Abwasserreinigung (4. Reinigungsstufe) und ein dritter Faulturm.
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