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Strukturwandel braucht Innovationskorridor Dresden-Bautzen-Görlitz

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Die Lausitz muss innovativer werden. Ein Weg dafür sei das für die Region ausgewiesene „Net Zero Valley“, das erste in Europa. Damit könnten Investoren aus aller Welt in die Region gezogen werden, sagte der Görlitzer Landrat Stephan Meyer heute auf einer Regionalkonferenz in Bautzen.  In den „grünen Tälern“  soll ein attraktives Umfeld  durch besondere Förderung und verkürzte Genehmigungs- und Planungsverfahren für die Ansiedlung von Produktionsanlagen von sauberen Technologien geschaffen werden wie Batterie- und Speichertechnologien, Wasserstoff- und Stromnetztechnologien. Dafür brauche es auch einen Innovationskorridor Görlitz-Bautzen-Dresden, so Meyer. 

Elektrifizierung der Strecke Dresden-Görlitz - Sachsen drängt auf Finanzierung durch den Bund

Diese Achse mit leistungsfähigen Verbindungen auf Straße und Schiene ist das zentrales  Thema der Konferenz, zu der 150 Kommunalpolitiker, Unternehmer und Wissenschaftler gekommen sind.  Seit rund 30 Jahren wird die Elektrifizierung der Bahnlinie Dresden-Bautzen -Görlitz gefordert.  Eine Finanzzusage des Bundes gibt es bislang nicht. Bei der Nutzen-Kosten-Berechnung ist die Strecke durchgefallen (Faktor 0,7). Sie hat es nicht in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans geschafft. Ein Platz dort ist die Voraussetzung für die Finanzierung. Dabei ist Sachsen in Vorleistung gegangen. Der Freistaat hat die Planungskosten von über 20 Millionen Euro für den Abschnitt  Dresden-Klotzsche bis Demitz-Thumitz bei Bischofswerda übernommen.  

Neues Verkehrprognosegutachten

Die Strecke müsse durch den Bund neu bewertet werden, forderte Stephan Berger vom Ministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung. Er verwies auf neue Rahmenbedingungen. Dazu gehören das Deutsche Zentrum für Astrophysik in Görlitz, das künftige Bauforschungszentrum in Bautzen und die Entwicklung der Mikrochip-Industrie im Dresdner Norden. Damit verbunden sind künftig 45.000 neue Arbeitsplätze im Einzugsbereich der gut 100 Kilometer langen Strecke. Die Verkehrsnachfrage ist zwischen Dresden und Bautzen um 18 Prozent gestiegen.  Zusätzliche Potentiale werden bei einer Elektrifizierung auch im Güterverkehr auf der Schiene gesehen, so z.B. durch das Alstom-Werk in Bautzen. Ein entsprechendes Verkehrsprognosegutachten soll dem Bundesverkehrsministerium vorgelegt werden.