- Ein Stau (Symbolbild).
Stau in Leipzig als Erfolg? Handwerkskammer kritisiert Stadt
Unser Bericht über Einschätzung der Stadtverwaltung zum Stau-Geschehen in Leipzig sorgt für eine Welle der Entrüstung. Weil sich die Standzeiten stark erhöht haben, hatte die CDU nachgefragt, was in Leipzig dagegen unternommen werde. Antwort aus dem Rathaus: Dies könne teilweise doch auch als Erfolg bezeichnet werden. Mehrere Stadträte äußerten sich empört darüber. Nun kommt auch von der Handwerkskammer zu Leipzig scharfe Kritik!
„Die Äußerungen sorgen für erhebliches Unverständnis“
„Eine Politik, die Staus hinnimmt oder kleinredet, gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit des regionalen Handwerks“, erklärte IHK-Präsident Matthias Forßbohm am Dienstag. Das könne man so nicht akzeptieren. „Wir erwarten, dass die Stadt Leipzig ihre Entscheidungen stärker an belastbaren Daten, an wirtschaftlicher Vernunft und an der Lebenswirklichkeit der Betriebe ausrichtet.“
Fürs Handwerk seien Staus kein politisches Symbolthema, so Forßbohm weiter. „Sie sind ein massiver Eingriff in die wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Unsere Fahrzeuge stecken im Berufsverkehr fest, Monteure verlieren Arbeitszeit, Lieferketten geraten ins Stocken und Kosten steigen.“ Das diese Belastungen in Teilen der politischen Kommunikation kaum vorkommen würden, irritiere viele Leipziger Unternehmer zutiefst.
Und weiter: „Die aktuellen Äußerungen der Leipziger Stadtspitze zur Verkehrssituation sorgen im Handwerk für erhebliches Unverständnis. Wenn steigende Stauwerte öffentlich relativiert oder sogar als Erfolg kommunaler Politik dargestellt werden, dann entfernt sich die Debatte gefährlich weit von der Realität, die unsere Betriebe täglich erleben.“
