- Eine kleine Hand, ein großes Familienglück: Im Klinikum Chemnitz sind am Montag Vierlinge zur Welt gekommen. Das Bild zeigt die Hand eines der vier Brüder und die Hand der Mutter.
So winzig - und soooo schön
Auf dem Foto ist nur ein winziger Moment zu sehen. Eine kleine Hand, kaum größer als ein Finger der Mutter. Zart, rosig, verletzlich. Und doch erzählt dieses Bild eine ganze Geschichte: von Hoffnung, Anspannung, medizinischer Präzision und einem Familienglück, das selbst im Klinikum Chemnitz nicht alle Tage vorkommt.
Am Montag (29. Juni) sind dort Vierlinge zur Welt gekommen. Vier Brüder. Vier erste Atemzüge. Vier neue Leben für Louise und Tom Ammon aus Oelsnitz im Erzgebirge. Die 24-jährige Mutter und ihr 25-jähriger Mann halten nun nicht ein Baby im Arm, sondern gleich ein ganzes kleines Quartett.
Mio, Matti, Luke und Levi
Die Jungen kamen in der 30. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt zur Welt – also deutlich früher als geplant. Den Anfang machte Mio. Er wog 875 Gramm und war 35,5 Zentimeter groß. Kurz darauf folgte Matti. Mit 1.350 Gramm und 38 Zentimetern ist er der kräftigste der vier Brüder.
Als Dritter kam Luke zur Welt. Er misst ebenfalls 38 Zentimeter und wiegt 1.100 Gramm. Zum Schluss komplettierte Levi das Kleeblatt: 835 Gramm, 36 Zentimeter. Vier Namen. Vier Persönlichkeiten. Vier kleine Kämpfer. Kann man sich einen größeren Start ins Familienleben vorstellen?
Geschützt ins Leben
Nach Angaben des Klinikums sind die Frühchen wohlauf. Aktuell schlafen sie viel und erholen sich geschützt von ihrer frühen Geburt. Sie werden beim Atmen noch schonend unterstützt und über die Nabelvene mit Nährstoffen und Flüssigkeit versorgt.
Das Ziel ist klar: Die Brüder sollen so kräftig werden, dass sie rund um den ursprünglich errechneten Geburtstermin im September nach Hause dürfen. Auch Louise Ammon geht es den Umständen entsprechend gut. Hinter ihr liegt eine körperlich und emotional intensive Schwangerschaft, die sie mit großer Stärke gemeistert hat.
Medizinische Höchstleistung
„Eine solche Vierlingsgeburt ist eine medizinische wie logistische Höchstleistung, die eine lückenlose und präzise Vorbereitung erfordert“, sagt PD Dr. Paul Gaß, Chefarzt der Klinik für Geburtshilfe und Frauenheilkunde. Im Operationssaal stand ein neunköpfiges Team der Geburtshilfe bereit. Sofort nach der Entbindung griff das vorbereitete Nachsorgekonzept der Neonatologie. Für jedes Kind wartete ein eigenes Erstversorgungsteam.
„Für jedes einzelne Kind stand ein eigenes, hochspezialisiertes Erstversorgungsteam direkt vor Ort bereit“, sagt PD Dr. Axel Hübler, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin.
Jeder Tag zählte
Dass die Vierlingsgeburt so gut verlief, hat auch mit der besonderen Struktur im Klinikum Chemnitz zu tun. Dort arbeitet eines von drei sächsischen Perinatalzentren mit höchster Versorgungsstufe. Für Mehrlingsgeburten und Risikoschwangerschaften stehen hier Spezialisten, moderne Technik und eingespielte Abläufe bereit.
Louise Ammon wurde bereits Wochen vor der Geburt stationär überwacht. „Die Versorgung gerade bei Risiko- und Mehrlingsschwangerschaften erfordert es, dass wir individuell auf die einzelnen Frauen sowie die jeweiligen Risikofaktoren eingehen“, sagt PD Dr. Paul Gaß.
Dadurch gewann das Team wichtige Zeit. „Nur so konnten wir weitere Schwangerschaftswochen erreichen, in denen die Vierlinge weiter gut im Mutterleib versorgt wurden“, so Dr. Gaß.
Ein seltenes Glück
Eine Vierlingsgeburt ist extrem selten. Nach natürlicher Empfängnis liegt die Wahrscheinlichkeit bei etwa 1 zu 600.000. Für Louise und Tom Ammon beginnt nun ein neues Leben. Nicht leise. Nicht klein. Sondern mit vier Söhnen auf einmal.
Und am Ende bleibt wieder dieses Bild: die winzige Hand eines Vierlings an der Hand seiner Mutter. Klein wie ein Versprechen. Und stark genug, ein ganzes Leben zu verändern.
