- Aktenberge in einem Raum eines Jobcenters (Symbolbild).
Sind die Mitarbeiter vom Leipziger Jobcenter überlastet?
Verdi schlägt Alarm: Laut einer neuen Umfrage arbeiten die Beschäftigten der Leipziger Jobcenter am Limit. Über 80 Prozent der Befragten würden ihre Arbeitsbelastung als hoch oder sehr hoch einschätzen. Etwa zwei Drittel leisten demnach regelmäßig Überstunden. Fast die Hälfte berichte außerdem von häufigen Erschöpfungs- und Stresssymptomen.
Und zunehmende Gewalt gehöre mittlerweile zum Alltag, so die Gewerkschaft. Mehr als die Hälfte hätte bereits Übergriffe erlebt: „Genannt werden Beleidigungen, Morddrohungen, Stalking, sexuelle Belästigungen und körperliche Angriffe“, so ein Gewerkschaftssprecher.
„Freie Zeit reicht zur Erholung nicht mehr aus“
Kritisiert würden zu hohe Fallzahlen, Personalmangel, hohe Krankenstände, ständige Umstruktuierungen und mangelnde Wertschätzung. Und auch de unterschiedliche Bezahlung bei gleicher Tätigkeit von kommunalen Beschäftigten und welchen, die bei der Bundesagentur für Arbeit angestellt sind.
„Unser Ziel ist es, unseren Kundinnen und Kunden eine gute Beratung und möglichst die passende Unterstützung zu bieten. Stattdessen sind wir damit beschäftigt, die Gesetzesänderungen, immer neue Vorgaben und Umstrukturierungen umzusetzen. Dies alles muss gleichzeitig geschehen und das sorgt dafür, dass viele Kolleginnen und Kollegen überlastet sind und die freie Zeit zur Erholung nicht mehr ausreicht.“, so Bastian Müller, Mitarbeiter im Jobcenter.
Die Probleme seien bei allen Jobcentern in Deutschland ähnlich. Befragt worden seien bundesweit rund 6.800 Beschäftigte.
