- Ausschreitungen bei Spiel Dynamo Dresden gegen Hertha BSC
Schwere Ausschreitungen bei Dynamo gegen Hertha
Beim Zweitliga-Topspiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC ist es zu schweren Ausschreitungen gekommen. Fans beider Lager stürmten auf den Rasen und beschossen sich gegenseitig mit Pyrotechnik. Schiedsrichter Sven Jablonski unterbrach die Partie für rund 20 Minuten. Die Polizei leitete mittlerweile mehr als ein Dutzend Ermittlungsverfahren ein.
In der 19. Minute eskalierte die Situation im Rudolf-Harbig-Stadion. Nachdem im Dresden-Block eine Hertha-Fahne hochgehalten worden war, überstiegen Gästefans eine Absperrung und drangen in den Innenraum ein. Das Sicherheitspersonal konnte dies nicht verhindern. Die Berliner schossen Raketen in die umliegenden Tribünen, von dort wurden Geschosse zurückgefeuert. Jablonski schickte die Mannschaften in die Kabinen.
Etwa 60 Dynamo-Anhänger machten sich in gelben Regenmänteln, die sie im Zuge einer schwarz-gelben Choreographie trugen, auf den Weg Richtung Hertha-Block. Es kam zu Auseinandersetzungen zwischen beiden Lagern. Einsatzbeamte betraten den Innenraum und trennten die beiden Lager. Mehr als 100 Polizisten sicherten das Spielfeld.
Dresdens Sport-Geschäftsführer Sören Gonther sagte bei Sky: „Wir stehen da alle so ein bisschen unter Schock, weil wir wollen Fußball spielen und nichts anderes.“ Kaufmännischer Geschäftsführer Stephan Zimmermann ergänzte: „Es ist allen klar im Stadion, dass das Bilder sind, die man nicht sehen will.“
Nach rund 20 Minuten gab die Polizei grünes Licht für eine Fortsetzung. Der gelbgesperrte Dresdner Kapitän Stefan Kutschke versuchte zu vermitteln und zu schlichten. Schon nach drei Minuten hatte Jablonski die Partie erstmals unterbrechen müssen, nachdem beide Fanlager Pyrotechnik abgebrannt hatten.
Etwa 600 Gästefans verließen wenig später vorzeitig das Stadion und traten die Rückreise in Richtung Parkplatz und später über die Autobahn an. Polizeibeamte begleiteten die Abreise. Die Dresdner Polizei leitete mehr als ein Dutzend Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruch, gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigung sowie Ticketbetrug ein.
Die erste Halbzeit dauerte mit den Unterbrechungen insgesamt 71 Minuten. Vor 31.414 Zuschauern gewann Hertha BSC später mit 1:0.
