Schweinepest breitet sich langsamer aus - aber noch keine Entwarnung
1.330 – so viele Fälle von Afrikanischer Schweinepest sind seit Ausbruch vor mehr als zwei Jahren im Kreis Görlitz festgestellt worden. 498 sind es im Kreis Bautzen und 74 im Kreis Meißen. Das Ausbreitungstempo hat sich offenbar verlangsamt. Grund zur Entwarnung besteht aber nicht. So wurden seit Dezember im Raum Weißwasser und Schleife 150 mit dem Virus infizierte Wildschweine gefunden. Die Kreisverwaltung in der nördlichen Nachbarregion Spree-Neiße beklagt einen starken Seuchendruck aus Sachsen.
Der inzwischen durchgängige Schutzkorridor von der Ostsee bis zum Zittauer Gebirge helfe, die Ausbreitung zu bremsen, so die Sozialdezernentin im Landratsamt Görlitz, Martina Weber. Aber: „Durch Diebstähle von Zaunteilen entstehen aber immer wieder Lücken. Hinzu kommt, dass Fahrradfahrer und Spaziergänger die eingebauten Tore nicht schließen“.
Der Schweinepest-Erreger ist für den Menschen ungefährlich, kann aber für Schweinezüchter ruinöse Folgen haben. Bei einem Befall auf einem Hof muss der gesamte Bestand getötet werden. Zum Glück ging der Kelch an den Bauern bislang vorbei.