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Sachsen zahlt extra für Flughafen Dresden

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Das sächsische und sachsen-anhaltinische Kabinett haben eine Einigung zur Finanzierung der Mitteldeutschen Flughafen AG beschlossen. Beide Bundesländer sind an den Flughäfen Dresden und Leipzig beteiligt und mussten in den letzten Jahren Millionen zuschießen, um den Betrieb am Laufen zu halten. 

Eine Studie des Institutes für deutschen Wirtschaft belegt nun, wie essentiell die beiden Airports für Sachsen sind. Sie erzielen eine deutschlandweite Wirtschaftskraft von 4,6 Milliarden Euro, von denen 2,5 Milliarden Euro im Freistaat verbleiben. Dabei zählen nicht nur die Flughäfen und ihrer Zuliefer selbst mit rein, sondern auch Flughafen-nahe Unternehmen, die vom Airport profitieren (z.B. Elbe Flugzeugwerke). Neben den 1200 Flughafen-Mitarbeitern an beiden Standorten würden durch die mit den Flughäfen verbundene Wirtschaft deutschlandweit sogar rund 52.000 Beschäftigte an Dresden und Leipzig „hängen“.

„Jeder Euro Wertschöpfung an einem der beiden Flughäfen erzeugt im Durchschnitt weitere 1,49 Euro in der Gesamtwirtschaft“, erklärt Hanno Kempermann, Geschäftsführer der IW Consult, die die Studie durchführten.

Zum Jahresende schwarze Null

Gespart werden musste in den letzten Jahren dennoch enorm. Die Belegschaft in Dresden und Leipzig wurde um 172 Stellen (62 davon Kündigungen) reduziert, die Kosten drastisch gesenkt. „Wir werden zum Ende dieses Jahres erstmals eine schwarze Null schreiben, was es vorher in der Geschichte des Flughafens so noch nicht gab“, erklärt Götz Ahmelmann, Vorstandsvorsitzender der Mitteldeutschen Flughafen AG. Die Gesellschaft hat dennoch hohe Verbindlichkeiten bei Banken und braucht für den Betrieb auch weiterhin finanzielle Unterstützung bei Brandschutz und Sicherheit, bis sie auch das aus eigener Kraft erwirtschaften kann. Deswegen geben Sachsen und Sachsen-Anhalt bis 2029 insgesamt 62 Millionen dazu (davon 50 Mio. aus Sachsen). Sachsen allein legt aber pro Jahr nochmal 9 Millionen Euro für Dresden drauf, um die Flughafen-Feuerwehr und die Sicherheit am Airport in Klotzsche zu finanzieren. 

Zuschüsse sinken

„Wichtig ist, wir fahren die Zuzahlungen langsam runter und wollen sie 2030 ganz einstellen“, so Sachsens Finanzminister Christian Piwarz (CDU). Über die Beträge muss jedoch noch der Landtag entscheiden. Man wolle mit der weiteren Unterstützung allerdings „ein klares Bekenntnis zu beiden Flughäfen zeigen“, so Piwarz. Er forderte weitere Maßnahmen vom Bund. Die Senkung der Luftverkehrssteuer ab Juli sei nur ein Anfang. Sie müsse weiter runter. Deswegen sei beispielsweise auch Ryanair aus Sachsen weggegangen, da Fliegen in Deutschland noch viel zu teuer sei. 

„Schweden hat seine Luftverkehrssteuer jetzt ganz abgeschafft. Und so wie wir das nachvollziehen können, sind die Ryanair-Maschinen aus Dresden und Leipzig 1:1 nach Schweden umgesetzt worden“, so Ahmelmann. Die hohen Steuern seien ein „massiver Wettbewerbsnachteil“ auch zum nahen Tschechien. 

Audio:

Finanzminister Piwarz zu den Millionen-Zahlungen