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Restaurierte Trümmerfrau kehrt an ihren Platz zurück

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Nach gut zweimonatiger Schönheitskur steht die Trümmerfrau wieder vor dem Dresdner Rathaus. Die beschädigte Figur wurde gereinigt und erstmals zum Schutz ihrer Patina vor Umwelteinflüssen auch gewachst. Die aufgetragene Schicht soll künftig jährlich überprüft und gegebenenfalls erneuert werden. Die Kosten der Sanierung liegen nach Angaben der Stadt bei 11.000 Euro.

Die Skulptur mit Kopftuch, Ziegelputzhammer, Kittelschürze und groben Schuhen gehört zu den bekanntesten Dresdner Monumenten und wurde 1952 von Walter Reinhold zunächst als Eisenguss geschaffen. 1967 erfolgte eine Neufassung der Skulptur in Bronze. Das Denkmal ist den Frauen gewidmet, die in den Jahren nach der Zerstörung der Elbestadt in Handarbeit Ziegel für den Wiederaufbau abklopften.

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Auch in anderen Städten wie München, Mannheim oder Berlin wurde den sogenannten Trümmerfrauen ein Denkmal geschaffen. Bisher gelten diese Figuren überall als Vertreterin für die vielen Frauen, die nach 1945 aus den Schuttbergen erhalten gebliebene Ziegelsteine gezogen haben, um den Wiederaufbau nach dem zerstörerischen Zweiten Weltkrieg zu ermöglichen. Neuere Forschungen ergeben, dass diese Trümmerfrauen vielfach zu Heldinnen der jüngsten Nachkriegsgeschichte glorifiziert wurden, indem das Bild von selbstlosem und unerschütterlichem Handeln mutiger Frauen evoziert wurde.

Als Teil einer gezielten Medienkampagne sollte die Trümmerfrau zu einer stärkeren Mitarbeit bei der Trümmerarbeit motivieren. Diese Mitarbeit war vor allem in der sowjetischen Besatzungszone deshalb notwendig, weil aufgrund der hohen Reparationsleistungen an die sowjetische Besatzungsmacht ein erheblicher Mangel an Großgeräten bestand. Nicht zu vergessen ist, dass tausende Männer im Krieg gefallen sind und andere erst aus der Kriegsgefangenschaft wieder ins Leben finden mussten; weshalb die überlebenden Frauen eine Zeitlang die Mehrheit der Bevölkerung bildeten und allein deswegen insbesondere ihnen die Wiederaufbauarbeit zufiel.

Im Gegensatz zu dem verherrlichenden Bild der künstlichen Trümmerfrau wurden die echten Frauen vielfach verpflichtet, zahlreiche Stunden als eine Art Arbeitsdienst zu leisten. Insbesondere in Ostdeutschland entsprach der gleichberechtigte Arbeitseinsatz von Frauen dem sozialistischen Idealbild und wurde gezielt forciert.

Unbestritten bleibt dennoch, dass zahlreiche Mädchen und Frauen stundenlang mit ihren bloßen Händen die Ziegel aus schweren großen Trümmerhaufen herausgebuddelt haben, um die Steine dann mit einem Schaber vom restlichen Mörtel zu befreien und damit wiederverwendbar zu machen. Insofern darf die Trümmerfrau nach wie vor als Symbol zu verstehen sein, das allen Menschen für ihre ehrenhafte Aufbauleistung nach dem Zweiten Weltkrieg Respekt zollen möchte.