Neuer Investor: Was wird aus dem Lingnerschloss?
Die Verhandlungen mit einem neuen Investor für den Betrieb des Lingnerschlosses in Dresden stehen kurz vor dem Abschluss. Das teilte der Insolvenzverwalter des Fördervereins, Lucas F. Flöther mit.
Der potenzielle Investor will das Erbbaurecht für das Schloss übernehmen und anschließend auch den Betrieb aller Einrichtungen, einschließlich der Gastronomie. Dabei sollen alle Räume in vollem Umfang wie bisher der Öffentlichkeit zugänglich bleiben. Stimmt der Stadtrat zu, kann die Übertragung auf den neuen Betreiber bereits Anfang September erfolgen.
Außerdem muss die Gläubigerversammlung den Übertragungsvertrag billigen, weil das Erbaurecht zurzeit noch bei dem insolventen „Förderverein Lingner-Schloß e.V.“ liegt. Die Zustimmung der Gläubiger gilt aber als sicher, da durch die Kaufpreiszahlung des Investors die Gläubiger eine weit überdurchschnittliche Insolvenzquote in Höhe von rund 70 Prozent erhalten haben.
Wie geht es weiter?
Die Unterzeichnung des Übertragungsvertrages zwischen Insolvenzverwalter Flöther und dem potenziellen Investor könnte nach jetzigem Stand zwar schon Ende Juni erfolgen, würde aber erst mit der Zustimmung von Stadtrat und Gläubigern wirksam. Für die Zeit zwischen dem Ende des laufenden Betreibervertrages mit der STESAD am 31. Juli 2026 und der Entscheidung des Stadtrates hat der Insolvenzverwalter den Betrieb des Schlosses bereits sichergestellt.
Die vom Förderverein bewirtschafteten Veranstaltungsräume stehen in diesem Zeitraum unverändert der Öffentlichkeit zur Verfügung. Dies übernehmen wie bereits zuvor die ehrenamtlichen Mitglieder des Fördervereins. Auch für den Betrieb der Außengastronomie soll eine Zwischenlösung gefunden werden, damit diese den Dresdner Bürgern in der wichtigen Sommersaison zur Verfügung steht.
Förderverein ist insolvent
Der Förderverein Lingner Schloß e.V. hatte Ende November 2023 Insolvenzantrag gestellt. Insolvenzverwalter Flöther hat seitdem den Betrieb des Schlosses nahezu uneingeschränkt fortgeführt, damit bis zum heutigen Tage Veranstaltungen stattfinden können und die Gastronomie ihren Betrieb aufrecht erhalten konnte. Der Förderverein hatte das Schloss im Jahr 2003 auf Grundlage eines Erbbaurechtsvertrages von der Stadt übernommen und sich im Gegenzug für eine umfassende Sanierung des historisch bedeutsamen Gebäudes verpflichtet.
Seitdem hat der Verein nach eigenen Angaben rund 15 Millionen Euro in die Renovierung und Instandhaltung des Gebäudes investiert.
