Nach mehr als 70 Jahren: Aus für Jugendherberge
Nach mehr als 70 Jahren muss die Jugendherberge Altenberg-Zinnwald ihre Türen schließen. In der Nacht vom 14. auf den 15. Oktober übernachten die letzten Gäste im Haus. Dann geht ein Stück Jugendherbergsgeschichte im Erzgebirge zu Ende.
Grund für das Aus ist der schlechte Zustand des Gebäudes. Es müsste viel investiert werden, um den heutigen Ansprüchen der Gäste gerecht zu werden, heißt es vom sächsischen Herbergsverband.
Ein Haus der Begegnung mit vielen Erinnerungen
Das Gebäude selbst blickt auf eine noch längere Geschichte zurück: 1901 wurde es als Erzwäsche errichtet. Seit 1953 beherbergt es eine Jugendherberge. Nach der Gründung des DJH Landesverbandes Sachsen e. V. ging die Immobilie 1990 in den Besitz des Verbandes über und wird seither als Jugendherberge des Deutschen Jugendherbergswerks betrieben.
Die Entscheidung zur Schließung ist dem Verband nicht leichtgefallen. Gleichzeitig steht das Objekt vor einem erheblichen Investitions- und Instandhaltungsbedarf. „Die Anforderungen und Erwartungen von Gästen an Ausstattung, Komfort und Aufenthaltsqualität haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert“, sagte uns Susan Graf, Vorständin im Jugenherbergswerk Sachsen. „Diesen Ansprüchen kann das Haus in seinem derzeitigen Zustand zunehmend nicht mehr gerecht werden. Hinzu kommen gestiegene Betriebs- und Personalkosten.“
Die veränderten Rahmenbedingungen spiegeln sich auch in der Nachfrage wider. Im Jahr 2026 verzeichnete die Jugendherberge knapp 3.600 Übernachtungen. Vor diesem Hintergrund ist eine Fortführung des Jugendherbergsbetriebs in der bisherigen Form aus wirtschaftlicher Sicht nicht mehr möglich, so der Verband.
Perspektiven für die Mitarbeiter
Für die Mitarbeiter wurden Lösungen innerhalb des Jugendherbergswerks geschaffen. Allen Beschäftigten wurde eine Weiterbeschäftigung an einem anderen Jugendherbergsstandort angeboten. Damit bleiben wertvolles Wissen, langjährige Erfahrung und Engagement dem Jugendherbergswerk auch künftig erhalten.
