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  • Deutlich mehr Hornhauttransplantationen hat es 2025 am Klinikum Chemnitz gegeben. In der Augenklinik wurden 102 Eingriffe gezählt, ein Jahr zuvor waren es 58.

Mehr Operationen für mehr Durchblick

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Am Klinikum Chemnitz hat die Zahl der Hornhauttransplantationen 2025 deutlich zugenommen. In der Augenklinik wurden 102 Eingriffe gezählt, ein Jahr zuvor waren es 58. Das ist ein Anstieg um 75 Prozent. Das Klinikum nennt als Gründe mehr ältere Patienten mit schweren Erkrankungen sowie weiterentwickelte Abläufe und operative Verfahren.

Wenn die Hornhaut Ärger macht

Die Hornhaut ist die klare Schicht vor Iris und Pupille. Also das, was vorn am Auge durchsichtig zu sein hat und möglichst keinen Anlass für weitere Debatten liefern soll. Solange sie funktioniert, denkt niemand groß über sie nach. Wenn nicht, wird es unerquicklich.

Infektionen können die Hornhaut schädigen. Unfälle auch. Entzündliche Erkrankungen ebenso. Dazu kommen Degenerationen. Die Hornhaut kann vernarben, sich verformen, eintrüben oder sogar Löcher bekommen. Dann sieht man nicht nur schlechter. Oft tut es auch ordentlich weh.

Mehr Eingriffe, gleiche Ergebnisse

In solchen Fällen kann eine Hornhauttransplantation helfen. Dabei ersetzen Ärzte krankes Gewebe durch eine gesunde Spenderhornhaut. Diese sogenannte Keratoplastik gehört zu den häufigsten und erfolgreichsten Transplantationen in der Medizin.

Am Klinikum Chemnitz ist die Zahl dieser Operationen deutlich gestiegen. Der Behandlungserfolg blieb nach Angaben der Klinik stabil. Der durchschnittliche Sehgewinn war sechs Wochen nach der Operation ebenso hoch wie im Vorjahr. Dr. Stefan Mielke, geschäftsführender Oberarzt der Augenklinik, sagt: „Der deutliche Zuwachs ist das Ergebnis einer klaren Strategie und intensiver Teamarbeit.“

Ohne Spenderhornhaut geht nichts

Für Hornhauttransplantationen wird Spendergewebe von Verstorbenen benötigt. Das Klinikum Chemnitz arbeitet dafür mit dem Netzwerk der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation zusammen. Die Augenhornhaut ist bundesweit das am häufigsten gespendete Gewebe. Chemnitz ist dabei nicht nur Abnehmer, sondern selbst ein wichtiger Standort. Im Jahr 2025 konnten bei 120 Gewebespenden insgesamt 240 Hornhäute entnommen werden.

Wenn es komplizierter wird

Nicht jeder Fall lässt sich mit einer klassischen Spenderhornhaut lösen. Bei schweren Augenerkrankungen kann auch eine Hornhautprothese eingesetzt werden. Am Klinikum Chemnitz wurde im vergangenen Jahr erstmals in Sachsen eine Teilprothese für die innere Hornhautschicht eingesetzt. Sie heißt EndoArt®.

Daneben kommen weitere Spezialverfahren zum Einsatz. Bei schlecht heilenden Wunden der Augenoberfläche wird häufig eine Amnionmembran verwendet. Die Zahl dieser Eingriffe stieg 2025 auf 186, nach 168 im Vorjahr. Seltener werden Limbuszellen oder Mundschleimhaut transplantiert. „Diese Eingriffe dienen vor allem dem Erhalt des Auges bei schweren Erkrankungen“, erklärt Chefarzt Prof. Vinodh Kakkassery.