Lutz Rathenow hält 13. Kamenzer Rede
Schriftsteller und DDR-Bürgerrechtler spricht heute in Kamenz über die Bedeutung von Sprache, Literatur und Aufklärung
Kamenz. Wie kann Literatur ihren eigenen Platz in einer zunehmend politisierten Welt behaupten? Und welche Rolle kann Poesie dabei spielen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Schriftsteller Lutz Rathenow in der diesjährigen Kamenzer Rede. Unter dem Titel „Die Kunst des Staunens, oder: Wie das Wort seinen Ort in der Welt sucht“ spricht er heute Abend in der Klosterkirche St. Annen. Beginn ist um 19 Uhr.
Rathenow will dabei das Verhältnis von Kunst und Politik, Poesie und gesellschaftlichem Handeln in den Blick nehmen. Als Ausgangspunkt dient ihm auch das Werk des Kamenzer Aufklärers Gotthold Ephraim Lessing. Die Kamenzer Rede versteht sich seit ihrer Premiere 2014 als Forum, um Lessings aufklärerisches Denken auf aktuelle Fragen zu beziehen und einen kritischen Dialog anzustoßen.
Rathenow bringt dafür nicht nur eine literarische, sondern auch eine politische Biografie mit. Der 1952 in Jena geborene Schriftsteller gehörte in der DDR zur oppositionellen Literaturszene und engagierte sich in der Bürgerrechtsbewegung. Von 2011 bis 2021 war er zudem Sächsischer Landesbeauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Die 13. Kamenzer Rede beginnt heute um 19 Uhr in der Klosterkirche und im Sakralmuseum St. Annen am Schulplatz 5. Karten sind über die Kamenz-Information erhältlich.
