- Das neue, digitale Logo sowie das neue Corporate Design stehen erneut in der Kritik.
Leipziger Stadtlogo im neuen Schwarzbuch für Steuergeldverschwendung
Das neue Leipziger Stadtlogo samt Corporate Design hat es ins neue Schwarzbuch (2026/27) für Steuergeldverschwendung geschafft. Der Bund der Steuerzahler kritisiert die mangelnde Transparenz sowie die Kostenexplosion. Ursprünglich sei dafür ein Budget von 50.000 Euro vorgesehen gewesen. Am Ende seien die Kosten auf fast eine dreiviertel Million Euro geklettert. Das Geld war zu großen Teilen allerdings auch in die neue Webseite der Stadt geflossen. Die Einführung und die hohen Kosten hatten für große Diskussionen gesorgt.
Besonders pikant sei: „Im Preis enthalten ist sogar die Entwicklung einer eigenen Schriftart für die Stadt – während zeitgleich Geld für die soziale und verkehrliche Infrastruktur fehlt“, heißt es in einer Erklärung. Die Stadt hatte eben jene neue Schrift sogar explizit gelobt und sich über die Entwicklung besonders gefreut. Die Kosten allein dafür beliefen sich auf 93.000 Euro. Kritisiert wurde auch, dass die Entscheidung zur Ausgabe des vielen Geldes am Stadtrat vorbei gefällt worden sei. Denn der habe 2022 mit einer Entscheidung lediglich 50.000 Euro Steuergelder für alles bereitgestellt.
Andre Städte haben das Gleiche um ein Vielfaches günstiger umgesetzt
„Während die Stadt auf langfristige Einsparungen bei Lizenzgebühren verweist, kann entgegengehalten werden, dass kostenfreie Open-Source-Schriften dieses Ziel sofort und ohne zusätzliche Ausgaben gleichfalls erreichen“, wird im Schwarzbuch argumentiert. „Dann stünde mehr Geld für den Ausbau der sozialen und verkehrlichen Infrastruktur parat.“ Und: „Eine klare Kosten-Nutzen-Abwägung liegt bis heute nicht vor. Wären die tatsächlichen Gesamtausgaben frühzeitig offengelegt worden, hätte es sehr wahrscheinlich eine intensivere politische Diskussion über das Designprojekt gegeben.“
Ein Vergleich mit anderen Städten würde zeigen: „Solche Projekte sind zwar gang und gäbe, können aber deutlich günstiger umgesetzt werden.“ So habe etwa die Stadt Marburg einen Relaunch für lediglich rund 35.000 Euro umgesetzt. „Ein neues Logo für eine Großstadt muss nicht zwangsläufig falsch sein – doch wenn dafür Hunderttausende Euro ausgegeben werden, reicht es nicht, das Ergebnis hinter verschlossenen Türen zu präsentieren. Der Bund der Steuerzahler erwarte Transparenz über die tatsächlichen Kosten, klare Beteiligungsprozesse und eine sorgfältige Abwägung zwischen städtischer Identität und dem verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeld.“
Darum gibt es das Schwarzbuch
Das Schwarzbuch „Die öffentliche Verschwendung“, herausgegeben vom Bund der Steuerzahler, gibt es schon seit 1972. Er wird immer im Herbst veröffentlicht. Es soll Fälle von Steuergeldverschwendung durch Bund, Länder und Städte bzw. Gemeinden aufzeigen.
