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  • Volt-Kandidat Falk Fiebig bei einem Besuch im Studio von "Radio Leipzig".

Neuer OB-Kandidat von Volt: „Leipzig ist für mich mehr als nur Heimat“

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Weniger als ein Jahr vor der Oberbürgermeisterwahl hat die Partei „Volt Europa“ ihren Kandidaten ins Rennen geschickt: Der Unternehmer Falk Fiebig wurde am vergangenen Wochenende einstimmig und ohne Gegenkandidaten nominiert. Der 51-Jährige ist kein Berufspolitiker, sondern führt einen mittelständischen Betrieb. Geboren in Wermsdorf, zog es ihn nach einem „kleinen Weltenbummel“ 1994 nach Leipzig, wo er seitdem lebt. Für ihn ist die Stadt „Mehr als nur Heimat“.

Fokus auf Wirtschaft und Verwaltung

Inhaltlich setzt Fiebig auf zwei zentrale Themen: Leipzig als „Zukunftsstadt“ und einen stärkeren Fokus auf Wirtschaftsförderung sowie eine moderne Verwaltung. Dafür brauche es ein Umdenken im Umgang mit Gründern und Unternehmen sowie eine stärkere Einbindung der Menschen. Die Bürokratie müsse dabei in die Zukunft schauen und dürfe nicht länger als „Hemmschuh“ wahrgenommen werden.

Kampf gegen Einsamkeit als zentrales Thema

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Kandidatur ist der gesellschaftliche Zusammenhalt – insbesondere mit Blick auf zunehmende Einsamkeit. Vor allem junge Menschen sieht Fiebig hier betroffen. Er will mit niedrigschwelligen und einfacher strukturierten Hilfsangeboten gegensteuern. Zwar gebe es bereits viele Angebote, diese müssten jedoch künftig besser vernetzt werden, um den Zugang – besonders für junge Menschen – zu erleichtern.

Auch persönliche Erfahrungen prägen seine Sicht: Fiebig ist Vater einer Patchwork-Familie mit fünf Kindern. Eines seiner Kinder sei selbst von Einsamkeit betroffen gewesen, was ihn für das Thema sensibilisiert habe. Er habe das Gefühl, dass seine Kinder nicht mehr die gleichen Chancen hätten wie seine Generation. Einsamkeit mache junge Menschen krank – und damit langfristig auch die Gesellschaft.

Deshalb brauche es „Prävention, Entstigmatisierung und eine Vernetzung bestehender Hilfsangebote und Verbesserung der Rehabilitation“. Konkret fordert Fiebig eine Task Force gegen Einsamkeit und Isolation. Das Problem betreffe alle – von der „Seniorin im Plattenbau bis zum Studenten in der Südvorstadt“.

Politischer Einstieg und Wahlkampf

Für Volt Europa entschied sich Fiebig vor rund zwei Jahren. Die Partei sei für ihn besonders praxisnah, zudem sieht er europäische Ansätze als wichtigen Schlüssel für kommunale Herausforderungen. Auch wenn er seine Chancen auf einen Wahlsieg selbst als gering einschätzt, setzt Fiebig auf die Aufmerksamkeit im Wahlkampf. Diese wolle er nutzen, um eine neue Gesprächskultur sichtbar zu machen.

Der aktive Wahlkampf soll im Sommer starten – mit Veranstaltungen, Dialogangeboten und Unterschriftensammlungen. Da Volt aktuell nicht im Leipziger Stadtrat vertreten ist, müssen zunächst 250 Unterstützungsunterschriften gesammelt werden. Sein Leitgedanke für die Zukunft: „Ein starkes Europa - eine starke Zukunft“.

Audio:

Reporterin Clarissa Kunath im Gespräch mit OBM Kandidaten Falk Fiebig von VOLT.