Krankenhauslandschaft im Kreis Bautzen in Bewegung - Klinik in Kamenz entbehrlich?
Wie sieht die medizinische Versorgung im Landkreis Bautzen in zehn Jahren aus? Dem Kreistag wurde heute eine Analyse vorgestellt. Tenor: Die Region steht vor einem drastischen Rückgang der stationären Behandlungen – und muss ihre Krankenhauslandschaft grundlegend umbauen.
Schrumpfende Einwohnerzahlen, eine alternde Bevölkerung und der Trend, Behandlungen immer häufiger ambulant statt im Krankenhausbett durchzuführen – diese drei Faktoren verändern die medizinische Versorgung im Landkreis grundlegend.
Für die Kliniken bedeutet das einen deutlichen Patientenrückgang: Werden aktuell noch knapp 60.000 stationäre Fälle pro Jahr gezählt, wird für 2035 nur noch mit 34.000 bis 48.000 Fällen gerechnet. Das entspricht einem Rückgang um bis zu 40 Prozent.
Schon heute konzentriert sich die Versorgung im Landkreis im Wesentlichen auf zwei Häuser: die Oberlausitz-Kliniken mit den Standorten Bautzen und Bischofswerda sowie das Lausitzer Seenland Klinikum in Hoyerswerda. Sie sichern auch den Großteil der Geburten und die Versorgung im sorbischen Siedlungsgebiet ab.
Kleinere Häuser wie das St. Johannes Krankenhaus in Kamenz oder die ASB-Klinik Radeberg haben hingegen nur noch geringe Anteile an der Gesamtversorgung. Selbst bei einer möglichen Schließung oder Umstrukturierung des Standorts Kamenz bliebe die Erreichbarkeit der Notfall- und Krankenhausversorgung für über 98 Prozent der Bevölkerung innerhalb der 30- beziehungsweise 40-Minuten-Grenze gesichert. Und spätestens diese Aussage dürfte für Aufregung sorgen: Gesetzliche Kriterien für staatliche Sicherstellungszuschläge erfülle der Standort Kamenz daher nicht.
Versorgungslücken, so das Fazit, drohten im Landkreis Bautzen aktuell nicht. Allerdings stehen die Krankenhausträger unter enormem wirtschaftlichen Druck.
