Königsbrücker Straße: Jetzt wird endlich gebaut!
Rund 30 Jahre wurde diskutiert, protestiert, geplant und wieder umgeplant - nun geht es endlich los auf der Königsbrücker Straße in Dresden. Am Dienstagnachmittag wurde offiziell der erste Spatenstich für den Ausbau der wichtigen Verkehrsachse gesetzt.
Gebaut wird zwischen Albertplatz und Stauffenbergallee, voraussichtlich bis April 2030. Für insgesamt 87 Millionen Euro entstehen neue Fahrbahnen, Gleise, Fuß- und Radwege sowie Versorgungsleitungen. Die Fertigstellung des Großvorhabens ist für April 2030 vorgesehen. Der Baustart ist auch ein wichtiges Signal für die Dresdner Verkehrsinfrastruktur insgesamt. Neben dem Neubau der Carolabrücke ist die Königsbrücker Straße eines der zentralen Infrastrukturprojekte der kommenden Jahre.
Bauarbeiten starten in mehreren Bereichen
Die Arbeiten beginnen an verschiedenen Bereichen entlang der Königsbrücker Straße. Dazu gehören Gleis- und Weichenarbeiten am Albertplatz und in der Antonstraße. Dabei werden unter anderem das Gleisdreieck, der Gleisbogen und die Weichensteuerung bearbeitet. Zwischen Schwepnitzer Straße und Eschenstraße beginnen außerdem vorbereitende Arbeiten für das geplante unterirdische Gleichrichterunterwerk der Dresdner Verkehrsbetriebe mit integrierter Trafostation der SachsenEnergie.
Dazu gehören die Baufeldfreimachung, Kampfmittelsondierungen, Oberflächenaufbruch, Suchschürfe und Medienarbeiten. Das Bauwerk wird unterirdisch errichtet und zur Straße hin abgedeckt. Dadurch ist es kaum hörbar und stellt keine zusätzliche Lärmquelle für die Anwohner dar. Abschnittsweise finden zudem Tiefbau- und Leitungsarbeiten in den Gehwegbereichen statt – zwischen Albertplatz und Katharinenstraße sowie zwischen Scheunenhofstraße, Eschenplatz und Schauburg.




Verkehr rollt vorerst weiter - Straßenbahnumleitungen ab 28. September
Die Verkehrseinschränkungen betreffen zum Baubeginn nur den Gehwegbereich bzw. den Parkverkehr. Fußgänger werden sicher durch das Baufeld geführt. Kraftfahrzeuge und Straßenbahnen fahren zunächst weiterhin über die Königsbrücker Straße.
Grundsätzlich wird der Verkehr während der Bauzeit halbseitig über die Königsbrücker Straße geführt. Nach Möglichkeit bleibt in jeder Fahrtrichtung mindestens eine Fahrspur offen. Zeitweise sind jedoch Umleitungen notwendig und werden rechtzeitig angekündigt. Sie führen über die Tannenstraße, Kamenzer Straße und den Bischofsweg sowie über die Schönbrunnstraße und die Eschenstraße. Die Umleitungsstrecken wurden bereits im Herbst 2025 in Vorbereitung auf die Sanierung der Königsbrücker Straße ertüchtigt.
Am Montagabend, 28. September 2026, wird der Straßenbahnbetrieb zwischen Albertplatz und Bischofsweg eingestellt und es wird ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Die Linien 7 und 8 fahren anschließend über die Großenhainer Straße und die Fritz-Reuter-Straße. Die Linie 13 verkehrt zunächst weiterhin auf ihrem regulären Linienweg.
Von Montag, 28. September, bis Mittwoch, 30. September 2026, wird außerdem die Fahrleitung zwischen Bischofsweg und Albertplatz in Nachtarbeit (jeweils 22-5 Uhr) unter Vollsperrung der Königsbrücker Straße demontiert.
Infopunkt am Albertplatz
Ab Dienstag, 15. September 2026, gibt es am Albertplatz einen Infopunkt im alten DVB-Häuschen. Dort beantworten Ansprechpartner Fragen zu den Bauarbeiten. Die Sprechzeiten sind dienstags und donnerstags von 16 bis 18 Uhr sowie mittwochs von 12 bis 14 Uhr.
Aktuelle Informationen rund um das Bauvorhaben können außerdem über einen Newsletter unter www.dresden.de/koebrue abonniert werden. Auf der Seite finden Anlieger und Gewerbetreibende auch weitere wichtige Informationen zur Sanierung.
Wie soll die neue Königsbrücker Straße Süd aussehen?
Die Königsbrücker Straße erhält je Fahrtrichtung eine durchgängige Kfz-Fahrspur. Eine neue Asphaltdecke ersetzt das bisherige Pflaster und reduziert den Verkehrslärm deutlich. Die Straßenbahngleise werden für den Einsatz der breiteren Stadtbahnwagen ausgebaut. Dadurch steigt die Kapazität der Straßenbahn.
Je nach Abschnitt wird die Straßenbahn getrennt vom Kfz-Verkehr geführt und dadurch beschleunigt: Zwischen Albertplatz und Katharinenstraße fährt die Straßenbahn zukünftig auf einem vom Kfz-Streifen getrennten Bahngleis. Zwischen Katharinenstraße und Bischofsweg teilen sich Straßenbahn und Kraftfahrzeuge den Verkehrsraum. Zwischen Bischofsweg und Stauffenbergallee fährt die Straßenbahn wieder auf einem separaten Bahngleis.
Im Baubereich befinden sich acht Straßenbahnhaltestellen. Die Fahrgastunterstände werden begrünt. Die neuen Gleise mit ihren dämpfenden Unterlagen werden erheblich zur Schalldämpfung beitragen, auch der neue Straßenbelag sorgt für weniger Lärm.
Durchgehende Radwege und 133 neue Bäume
Auch für den Radverkehr wird die Königsbrücker Straße ausgebaut. Künftig gibt es durchgehende Radwege in beide Richtungen. Auf der Königsbrücker Straße wird ein Radfahrstreifen angelegt. Auf dem Bischofsweg ist aufgrund des vorhandenen Verkehrsraums lediglich ein Schutzstreifen möglich.
Entlang der Königsbrücker Straße sind insgesamt 133 neue Bäume geplant. Als Leitbaumarten werden 52 Ulmen und 43 Silber-Linden gepflanzt. In verschiedenen Platzbereichen kommen unter anderem Rot-Ahorn, Felsenbirne, Blauglockenbaum und Esche dazu. Die kleine und große Flatterulme auf Höhe der Königsbrücker Straße 49 bleiben erhalten.
Alle Haltestellen, Fußwege und gesicherten Querungsstellen werden barrierefrei. Zahlreiche Bänke, Fahrradbügel und drei Trinkbrunnen verbessern die Aufenthaltsqualität. Zur Gestaltung werden ortstypische, einheitliche Materialien erhalten und wiederverwertet.
Mehr Stellplätze, Ladezonen und neue Platzbereiche
Auf der Königsbrücker Straße Süd sind 109 Stellplätze, drei Ladezonen und drei Behindertenstellplätze vorgesehen. Entlang des Bischofsweges entstehen zusätzlich fünf Taxistellplätze, eine Ladezone und ein Behindertenstellplatz.
Das Areal vor der Post wird aufgewertet mit Baumpflanzungen, Bänken und einem Trinkbrunnen. Im Bereich zwischen Scheunenhofstraße und Eschenstraße entsteht eine neue Platzfläche als verkehrsberuhigter Bereich. Beidseitig werden Bäume gepflanzt. Vorgesehen sind außerdem zahlreiche Bänke, Fahrradbügel und ein Trinkbrunnen. Außensitzflächen der Gastronomie und künstlerische Elemente sollen die neue Platzfläche beleben.
Neue Versorgungsleitungen
Die Königsbrücker Straße ist die Nord-Süd-Hauptverbindungsachse für alle Ver- und Entsorgungsunternehmen. Deshalb sind an den Tiefbauarbeiten neben den Dresdner Verkehrsbetrieben und der SachsenEnergie auch die Stadtentwässerung Dresden, die Telekom und Vodafone beteiligt. Die SachsenEnergie erneuert dabei Leitungen in allen Sparten: Strom, Fernwärme, Trinkwasser, Fernmeldetechnik und Gas.
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