Jungwolf MT 15 wird Fall für die Justiz - Strafanzeige!
Die Freilassung eines Wolfes - Name: MT 15 - bei Zittau wird ein Fall für die Justiz. Der Verein Weidezone Deutschland hat Strafanzeige gestellt. Er wirft den Beteiligten Tierquälerei vor. Als Beweis hat der Verein ein Video an die Staatsanwaltschaft Görlitz geschickt. Die dokumentierten Szenen stünden in eklatantem Widerspruch zu allen wissenschaftlich anerkannten Standards. Die Aufnahmen sollen belegen, wie der Wolf in einer Transportbox unter Einsatz von Stöcken und lautem Gebrüll einer Menschenmenge von rund 15 Personen provoziert werde. Beim Verlassen habe das Tier einen gezielten Schlag auf den Rücken erhalten, so ein weiterer Vorwurf. Der Verein hat auch Fachaufsichtsbeschwerde beim Sächsischen Umweltministerium eingereicht.
Eine solche Gewaltorgie unter staatlicher Aufsicht dürfe es in einem Rechtsstaat nicht geben, erklärte Vorsitzender Lars Broch. Er fordert eine lückenlose Aufklärung und die Offenlegung der Einsatzprotokolle. „Es muss geklärt werden, wer diese Gewaltmaßnahme autorisiert hat, wer als Verantwortlicher daran teilgenommen hat und warum selbst Leitlinien des Bundes sowie internationale, wissenschaftliche Standards ignoriert wurden.“
Der Jungwolf war im Herbst vergangenen Jahres in der Nähe von Oberseifersdorf, Schlegel und Großhennersdorf aufgefallen. Er suchte die Nähe zu Menschen, begleitete sie und wollte mit ihnen spielen. Ein für ein Raubtier untypisches Verhalten. Daraufhin wurde der Wolf eingefangen und ihm ein Senderhalsband umgelegt, um seine weiteren Aufenthaltsorte verfolgen zu können. Danach wurde er direkt in die freie Wildbahn entlassen. Der Welpe sollte lernen, sich von Menschen fernzuhalten.
