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  • Sachsen muss Flächen für erneuerbare Energien ausweisen, damit kein Wildwuchs entsteht
  • Auf dem Land schon häufig sichtbar, Windräder und Solarpaneele auf den Feldern.

Jetzt öffentlich! Dresden, Meißen, SOE: Hier könnten Windräder gebaut werden

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Das Dokument hat 245 Seiten und viel Sprengstoff! Denn unter dem Titel „Sachlicher Teilregionalplan Energieversorgung/Windenergienutzung Oberes Elbtal/Osterzgebirge“ verbergen sich alle 102 Standorte für potentielle Windkrafträder in der Region Dresden, Meißen und der Sächsischen Schweiz. Die Liste finden Sie auch hier bei uns im Artikel.

Windräder in der Heide?

Für Dresden wurden insgesamt drei Flächen mit einer Gesamtgröße von 162 Hekar ausgewiesen, das entspricht rund 243 Fußballfeldern. Besonders umstritten ist die Dresdner Heide (79,8 Hektar), mitten im Wald und unweit des beliebten Ausflugsziels „Hofewiese“. Dessen Betreiber und Stadtrat Holger Zastrow ist empört über den Standort, will mit einer Petition den Standort verhindern. Doch ob die was bringt, bleibt fraglich. Schließlich war der Stadtratsbeschluss von vor Jahren für die Planer schon nicht bindend, der keine Windräder für ganz Dresden beschloss.  

Desweiteren sind auch knapp 50 Hektar im Landschaftsschutzgebiet am Triebenberg im Schönfelder Hochland für Windräder geeignet, so der Plan. Dort sehen die Planer jedoch bereits schon ein mögliches „hohes Konfliktpotential in Bezug auf geschützte Arten und landschaftsgebundene Erholungsnutzung in sichtexponierter Lage“. Und das dritte Gebiet auf Dresdner und Dürrohrsdorfer Flur sind ca. 33 Hektar in Rossendorf Mehr als die Häfte dieser Fläche liegt im Wald.

Beschluss folgt Bürgerbeteiligung

„Es handelt sich um einen Planentwurf, der am 23. März in der Verbandsversammlung bestätigt werden muss“,  heißt es aus der Planungsbehörde. Danach erfolge eine öffentliche Auslegung und die Beteiligung der Öffentlichkeit. Ein geordneter Plan war nötig geworden, da die Bundesregierung fordert, bis Ende 2027 mindestens 2 Prozent der Landesfläche für Windenergie auszuweisen. Gäbe es keine Vorrangflächen, könnten Windkrafträder überall dort aufgestellt werden, wo der Bodenbesitzer (z.B. Landwirte oder Waldbesitzer) zustimmen und der Mindestabstand von 1 Kilometer von Wohngebäude eingehalten wird. 

Der Dresdner Stadtrat Martin Schulte-Wissermann rät daher zum konstruktiven Mitgestalten: „Ob wir wollen oder nicht: Die Windräder werden nach Dresden kommen, in die Heide und ins Hochland. Der Stadtrat hat jetzt zwei Optionen. Er kann entweder tobend, stampfend und schnaubend dabei zusehen, wie die Energiewende Einzug hält oder – die schlauere Option – er kann proaktiv auf die Windenergiebranche zugehen und für die Stadtteile und Ortschaften das Beste herausholen. Wenn wir jetzt politisch clever handeln, können wir sowohl die Stadtkasse füllen als auch die Anwohner über Bürger-Energiegenossenschaften an den Erlösen der Windkraft beteiligen.“