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Italienisches Dörfchen soll bald wieder öffnen

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Das Italienische Dörfchen am Dresdner Theaterplatz ist seit Ende 2023 geschlossen - doch jetzt soll es mit einem neuen Konzept wiederbelebt werden. 

Die Betreiber vom Palais Sommer, die KFA Kultur für alle GmbH, wollen  das Gebäude übernehmen und in Schuss bringen. Sie planen in den Räumlichkeiten ein Kulturhaus - mit Musik, Kunst und Tanz für alle Altersgruppen. Ein Kunstsalon und eine Galerie mit integrierter Café-Bar bieten Raum für zeitgenössische Kunst, Vorträge, Musikreihen, Hochzeiten und Unternehmensveranstaltungen. Großer und kleiner Kaffeesaal sowie die Weinstube werden wieder der Gastronomie dienen.

In Kooperation mit Wohlfahrts- und Sozialorganisationen sollen darüber hinaus inklusive Arbeits- und Qualifizierungsangebote in Gastronomie, Kultur und Veranstaltungsorganisation entstehen, die bewusst auch für Menschen mit Unterstützungsbedarf konzipiert sind.

Wenn der Stadtrat zustimmt, könnte das Haus schon Anfang nächsten Jahres wieder öffnen. Zuvor muss allerdings einiges investiert werden, um den Verfall zu stoppen.

Das ist der Plan 

Jörg Polenz, Geschäftsführer der KFA Kultur für alle gGmbH, erklärt dazu: „Wir möchten die deutsch-italienische Geschichte des Ortes weitererzählen und das Haus zu einem Ort der Gemeinschaft, der Kunst und Kultur weiterentwickeln – kombiniert mit einer regional ausgerichteten Gastronomie zu moderaten Preisen, die gesellschaftliche Teilhabe für jeden spürbar macht. Im ersten Schritt stoppen wir den Verfall: Notwendige Reparaturen werden sofort durchgeführt, um eine schnelle Öffnung zu ermöglichen. Unser Ziel ist es, dass schon Anfang 2027 wieder echtes Leben in das Haus einzieht. Die Öffnung des Hauses soll durch eine breite Bürgerbeteiligung getragen werden. Dresdnerinnen und Dresdner werden Spendenzertifikate erwerben können. Jede Spenderin, jeder Spender wird mit dem eigenen Namen vor Ort dauerhaft sichtbar sein. Denn dieses Haus ist ein Stück von uns allen – es ist unser gemeinsames Erbe und gehört zum Herzen unserer Stadt.“

Bausubstanz ist marode 

Für die erste Sanierungsphase – Stopp des Verfalls und Vorbereitung der Wiedereröffnung – bringt die KFA rund 1,5 Millionen Euro auf, abgesichert durch einen Bankkredit. Wobei hierbei das große Ziel der KFA ist, diesen ersten Schritt über den Verkauf von Bürgerbeteiligungszertifikaten zu stemmen. Weitere 3,5 Millionen Euro Investitionen sollen dann in der zweiten Renovierungsphase bis Ende 2028 erfolgen.

In den nächsten Phasen soll die vollständige Barrierefreiheit hergestellt werden, inklusive eines neuen Personenaufzugs sowie des Umbaus des Kellers zur Schaffung von modernen Ausstellungsräumen und einer Cinemathek. Zudem sollen die Außenanlagen neugestaltet, die in die Jahre gekommene Haustechnik komplett erneuert und alle denkmalgeschützten Bereiche fachgerecht und behutsam restauriert werden.

Hintergrund

Das Italienische Dörfchen wurde in den Jahren 1911 bis 1913 nach Plänen von Hans Erlwein erbaut. 1993 übergab die Landeshauptstadt das Italienische Dörfchen am Theaterplatz und das Basteischlösschen am Terrassenufer im Erbbaurecht an die Altmann GbR in Hamburg. Während der Gastronomiebetrieb im Basteischlösschen den Schwierigkeiten trotze und sich zu einem Anziehungspunkt am Elbradweg entwickelte, erwies sich der Betrieb des um ein Vielfaches größeren Italienischen Dörfchens als zunehmend schwierig. 

Die Stadt reagierte mit einer Senkung des Erbbauzinses. Dennoch erwies sich der reine Gastronomiebetrieb als nicht mehr zukunftsfähig und auch die Gebäudesubstanz litt aufgrund fehlender Investitionen durch den Erbbaurechtsnehmer. Feuchtigkeit drang in die Gemäuer und schädigte unter anderem die Innenbemalung. 

Die Haustechnik muss im gesamten Gebäude mit seinen rund 3.200 Quadratmetern Nutzfläche dringend erneuert werden, es sind Instandsetzungsarbeiten an der Fassade notwendig und die Barrierefreiheit ist herzustellen. Zuletzt beeinträchtigte die Interims-Fernwärmeleitung direkt vor dem Gebäude die Zugänglichkeit und Attraktivität des Erlweinbaus.