- Dieser Anblick der Humboldtschule bleibt unverändert - der Westflügel wird in den nächsten Jahren nicht wiederaufgebaut oder durch einen modernen Bau ersetzt.
Humboldtschule: Anbau ist vorerst vom Tisch
Die Zwickauer Stadträte haben sich erneut mit der Humboldtschule beschäftigt. Vor einem halben Jahr herrschte eine eher versöhnliche Stimmung. Am Donnerstag war es eine teils scharfe Kontroverse. Mit den Stimmen der AfD und der CDU wurde am Ende der Antrag abgelehnt, einen Grundsatzbeschluss für einen Anbau zu fassen. Die Baubürgermeisterin kündigte unterdessen kurzfristige, kleinere Lösungen an.
Steffi Heinzig, Lehrerin an der Humboldtschule, umriss nochmal das Platzproblem: Inzwischen sind es sechs Räume, die acht Minuten entfernt angemietet sind, der Speisesaal befindet sich im Keller und das Kunstkabinett im Dachgeschoss, die Fachkabinette für Physik und Chemie sind zu klein. Die Stadträtin von den Progressiven Demokraten warb für den Ersatzneubau und rief dazu auf, bei der Abstimmung genau hinzuschauen, „wem gute Bedingungen für alle Zwickauer Kinder wichtig sind.“
Auf der Seite der Progressiven Demokraten standen BfZ und BSW - die drei Fraktionen hatten gemeinsam vorgeschlagen, sich zu dem Westflügel zu bekennen, als Neubau oder Wiederaufbau des im 2. Weltkrieg zerstörten Gebäudeteils. Bildung sei wirtschaftliche Infrastruktur, argumentierte Bernd Rudolph, BSW. Jens Heinzig, BfZ, verwies auf eine wichtige Bedingung im Beschlussvorschlag: dass in großem Maße Fördermittel zur Verfügung stehen. Zu den sinkenden Schülerzahlen sagte der Schulleiter, dass Sachsen ja auf den Gedanken kommen könnte, die Klassenstärke zu verringern, und dass damit mehr Platz benötigt wird.
„Haben wir leider kein Geld wie beim 04-Bad, würden wir gern machen, funktioniert nicht, deswegen lassen wir's“, fasste Sven Itzek von der AfD eine seiner Wortmeldungen zusammen, auch von „finanz-fiskalischem Unsinn“ war die Rede. Michael Luther, CDU, ging davon aus, dass der Anbau zum Zeitpunkt der Fertigstellung nicht mehr notwendig wäre. Wenn sich die Situation ändert, kann man reagieren – schon in sechs Monaten könnte das Thema theoretisch wieder auf der Tagesordnung stehen.
Baubürgermeisterin Silvia Queck informierte, dass die Stadtverwaltung zwei Möglichkeiten sieht, die Situation zu verbessern: Geplant ist, die kleine Turnhalle auch als Speisesaal zu nutzen und Räume im 1. Obergeschoss, die anders belegt sind, zu Klassenzimmern zu machen, sodass der Unterricht im Dachgeschoss nicht mehr nötig ist.
