- Die Hündin wird vorsichtig getragen, eingehüllt in Decken, umgeben von helfenden Händen. Nach dem Absturz fühlt sie sich wieder pudelwohl.
Hündin stürzt 30 Meter tief - und überlebt
Scheinwerfer schneiden durch die Dunkelheit. Gelbe Helme blitzen auf, Stimmen hallen zwischen Felsen wider. Inmitten dieses konzentrierten Durcheinanders liegt sie – eine Labradorhündin, erschöpft, verletzt, aber lebendig. Hände greifen vorsichtig nach ihr, sichern, beruhigen, tragen. Ein Einsatz, der unter die Haut geht. Einer von denen, bei denen jede Minute zählt. Was war passiert?
Sturz in die Tiefe
Gestern wurde die Tierrettung Chemnitz zu einem außergewöhnlichen Einsatz nach Rochlitz gerufen. Beim Gassigehen in einem Waldgebiet stürzte eine achtjährige Labradorhündin in einen rund 30 Meter tiefen Steinbruch. Ein Moment der Unachtsamkeit – und plötzlich öffnet sich der Boden wie ein Abgrund.
Die Rettungsleitstelle alarmierte umgehend die Höhenretter der Chemnitzer Berufsfeuerwehr. Sie übernahmen die Bergung – eine anspruchsvolle Aufgabe in unwegsamem Gelände. Seile spannten sich, Kommandos wurden präzise gegeben, jeder Handgriff saß. Schließlich gelang es, die Hündin zu sichern und nach oben zu bringen. Doch damit war der Einsatz noch nicht vorbei.
Rettungskette, die funktioniert
Die Tierrettung Chemnitz übernahm die medizinische Erstversorgung. Danach ging es direkt zum tierärztlichen Notdienst. Und hier zeigt sich, was eine funktionierende Rettungskette bedeutet: Jeder wusste, was zu tun ist. Jeder griff ein, ohne zu zögern. „Wir hatten ehrlich gesagt mit dem Schlimmsten gerechnet“, sagt Sandra Kögel von der Tierrettung Chemnitz. „Dass die Hündin bei so einem Sturz nur mit Prellungen, Abschürfungen und einer Wunde am Maul davongekommen ist, ist wirklich ein kleines Wunder.“ Auch eine Verletzung am Hinterlauf wurde festgestellt, die noch genauer untersucht werden muss. Doch die wichtigste Nachricht: Lebensgefahr besteht nicht.
Wenn Einsatz mehr ist als Routine
Was bleibt von so einem Abend? Sicher, es sind Zahlen und Fakten. 30 Meter Tiefe. Mehrere Einsatzkräfte. Ein gerettetes Tier. Aber ist es nicht mehr als das? Es ist die Geschichte von Menschen, die handeln, wenn andere in Not geraten. Von einer Halterin, die um ihr Tier bangt. Von Einsatzkräften, die nicht lange fragen, sondern helfen. Und von einem Hund, der – vielleicht ahnungslos, vielleicht instinktiv – einfach überlebt.
Sandra Kögel: „Beeindruckt hat uns hier nicht nur die Hündin, die offenbar noch mit einem blauen Auge bzw. zahlreichen blauen Flecken davongekommen ist, sondern wie engagiert auch alle Beteiligten waren. Es war die FFW Rochlitz sowie die Höhenrettung der Berufsfeuerwehr Chemnitz mit mehreren Einsatzfahrzeugen und zahlreichen Einsatzkräften vor Ort. Und auch die Tierärztin warte bereits und es war alles vorbereitet.“
Ein Blick zurück – und nach vorn
Zurück zur Szene im Scheinwerferlicht: Die Hündin wird vorsichtig getragen, eingehüllt in Decken, umgeben von helfenden Händen. Die Anspannung weicht langsam Erleichterung. Nach dem tierischen Schock fühlt sich die Labradorhündin wieder pudelwohl…
