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  • Im Haus 5 der früheren Kaserne befinden Ordnungsamt und Straßenverkehrsamt des Landkreises Zwickau.

Hohe Wellen im Ausschuss wegen WCs und Teeküchen 

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Es war die erste Sitzung des Zwickauer Bauausschusses in diesem Jahr und das erste Thema - passend hatte die Beschlussvorlage die Nummer 001/2026. Und die flog der Verwaltung um die Ohren. Nach fast einstündiger Diskussion fand sich allerdings eine knappe Mehrheit für den Vorschlag, also für die neuen WCs und Teeküchen im Haus 5 der ehemaligen Kaserne.

Das Vorhaben ist übersichtlich und nicht billig: Für 207.000 Euro werden im genannten Haus 5 Räume umgebaut - es entstehen auf zwei Etagen Besucher-Toiletten und Pausenräume für die Mitarbeiter des Landkreises. Tristan Drechsel, BfZ, hatte sich damit genauer befasst und, wie er sagte, Merkwürdigkeiten festgestellt: eine zu frühe Ausschreibung, die außerdem überzogen sei, und beträchtliche Ausgaben in einer angespannten finanziellen Lage.

Das Hochbauamt hatte die Bauleistungen bereits ausgeschrieben, obwohl das Vorhaben noch gar nicht beschlossen war. Amtsleiter Christoph Kaufmann räumte den Fehler ein und erklärte, dass der Auftrag noch nicht vergeben sei, dass sozusagen zurückgerudert werden kann. Die reichlich 200.000 Euro bezeichnete AfD-Stadtrat Sven Itzek als sportlich - dafür lasse sich ein kleines Eigenheim bauen.

Die Kernfrage war allerdings, ob diese Investition überhaupt sein muss. Und da hatte die Verwaltung eine Antwort. Schon in der Begründung war zu lesen, dass der Mietvertrag mit dem Landkreis fortgeschrieben wurde, also verlängert wurde, und dass dabei verbindlich vereinbart wurde, die WCs und Teeküchen zu schaffen. Einige wesentliche Details standen dort nicht und wurden während der Ausschusssitzung bekannt: Der Landkreis hatte diese baulichen Veränderungen gefordert, und die Stadt war darauf eingegangen, weil im Gegenzug der Mieter bis Ende 2029 gebunden ist und damit jährlich 245.000 Euro Miete in die Stadtkasse fließen.

Man könnte von einem Deal sprechen. Baubürgermeisterin Silvia Queck verwies darauf, dass der Landkreis auch die Option hatte, sich nach einem anderen Objekt umzusehen. Sven Itzek folgte dem und sprach von schlechten Aussichten, bei einer Kündigung für Büroräume einen neuen Mieter zu finden. Er und die übrigen AfD-Mitglieder im Ausschuss enthielten sich der Stimme.

Tristan Drechsel blieb bei seiner Ablehnung - unter anderem deshalb, weil die Stadträte nach seinen Worten die Transparenz herauskitzeln mussten. Auch das BSW stimmt mit Nein. Die Progressiven Demokraten und die CDU sorgten mit vier Ja-Stimmen dafür, dass die WCs und Teeküchen nun eingebaut werden. Es sei wichtig, den Mieter zu halten, erklärte Lutz Feustel, CDU, sein Stimmverhalten.