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  • Müllabfuhr und Straßenreinigung werden in Chemnitz 2027 voraussichtlich teurer. Millionenbeträge sollen die Gebührensteigerungen begrenzen.

Höhere Gebühren für Müll und Straßenreinigung

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Die Chemnitzer müssen sich ab dem kommenden Jahr auf höhere Gebühren für Müllabfuhr und Straßenreinigung einstellen. Das geht aus mehreren Beschlussvorlagen der Stadtverwaltung hervor. Auch für falsch befüllte Mülltonnen und vergebliche Anfahrten des  Abfallentsorgungsbetrieb ASR sollen zusätzliche Kosten entstehen.

Müllabfuhr wird teurer

Die jährliche Grundgebühr für die Müllentsorgung soll zum 1. Januar 2027 von bisher 39,60 Euro auf 40,80 Euro pro Haushalt steigen. Das entspricht einer Erhöhung um gut drei Prozent.

Auch die regelmäßige Leerung der Abfallbehälter wird teurer. Für eine 80-Liter-Restmülltonne, die alle zwei Wochen geleert wird, sollen künftig 42,16 statt bisher 41,03 Euro pro Jahr fällig werden. Hinzu kommen weiterhin die Gebühren für das Gewicht des entsorgten Mülls.

Die Gesamtkosten für die Abfallentsorgung liegen laut Kalkulation bei durchschnittlich rund 31 Millionen Euro jährlich. Damit die Gebühren nicht noch stärker steigen, will der ASR Überschüsse aus vergangenen Jahren einsetzen. Für 2027 und 2028 stehen dafür insgesamt rund 5,7 Millionen Euro zur Verfügung.

Straßenreinigung kostet bis zu neun Prozent mehr

Auch die Straßenreinigung soll teurer werden. Je nach Reinigungshäufigkeit plant die Stadt bei den Fahrbahnen Erhöhungen zwischen rund sechs und neun Prozent.

Bei einer wöchentlichen Reinigung steigt die Jahresgebühr von 3,50 auf 3,77 Euro je Meter Grundstücksfront. Bei einem Grundstück mit 20 gebührenpflichtigen Metern bedeutet das Mehrkosten von 5,40 Euro im Jahr.

Werden die Fahrbahnen fünfmal wöchentlich gereinigt, erhöht sich der Betrag von 13,90 auf 15,13 Euro je Meter. Auch für die Reinigung von Gehwegen und den städtischen Winterdienst sind höhere Gebühren vorgesehen.

1,6 Millionen Euro aus der Stadtkasse

Die Straßenreinigung kostet Chemnitz in den kommenden beiden Jahren durchschnittlich rund 6,3 Millionen Euro jährlich. Das geht aus der Gebührenkalkulation der Stadtverwaltung hervor.

Ein Viertel dieser Kosten übernimmt die Stadt. Das sind rund 1,6 Millionen Euro pro Jahr aus der Stadtkasse. Grund dafür ist, dass die Straßenreinigung nicht nur den Grundstückseigentümern, sondern auch der Allgemeinheit zugutekommt.

Die übrigen Kosten werden grundsätzlich über die Gebühren finanziert. Ohne den städtischen Anteil müssten die Anlieger entsprechend mehr bezahlen.

Zusätzliche Kosten für falsch befüllte Mülltonnen

Weitere Änderungen betreffen die Abfallentsorgung. Sind Bio- oder Papiertonnen falsch befüllt, soll der ASR diese künftig nach sechs Wochen auch ohne Auftrag kostenpflichtig als Restmüll entsorgen dürfen. Voraussetzung ist, dass die Verantwortlichen trotz Aufforderung nicht reagieren.

Genau 14,86 Euro sollen außerdem für vergebliche Anfahrten bei einem vereinbarten Tonnentausch oder einer Standplatzprüfung fällig werden, wenn das Grundstück zum vereinbarten Termin nicht zugänglich ist.

Über die Änderungen entscheidet der Chemnitzer Stadtrat am 11. November. Die neuen Gebührensätze sollen vom 1. Januar 2027 bis Ende 2028 gelten.