Hinschauen. Aktiv werden. Gemeinsam gegen Wohnungsnot.
In Dresden startet am Montag eine Aktionswoche, um auf die schwierige Lage wohnungsloser Menschen aufmerksam zu machen. Im Hauptbahnhof wird dazu eine Fotoausstellung eröffnet. Die Heilsarmee an der Reicker Straße plant für den 11. September ein Begegnungsfest. Am Beruflichen Schulzentrum für Wirtschaft an der Freiberger Straße ist außerdem eine Fachtagung zum Thema geplant. In Dresden sind aktuell mehr als 430 wohnungslose Frauen und Männer registriert. Die Stadt hilft mit Übernachtungsmöglichkeiten, darüber hinaus können sich Betroffene auch an Beratungs- und Hilfseinrichtungen wenden.
Informationen der Stadt Dresden:
Freitag, 11. September: Fachtagung „Endstation Übergangswohnheim“
Am Freitag, 11. September 2026, lädt der SOS Wohnungslosenhilfe e. V. in der Zeit von 9 bis 15 Uhr zur Fachdiskussion ins Berufliche Schulzentrum für Wirtschaft, Freiberger Straße 30, 01159 Dresden ein. Im Mittelpunkt stehen praktische Erfahrungen von Fachkräften, Stimmen wohnungsloser Menschen sowie innovative Projekte aus Dresden, Berlin und Graz. Gemeinsam soll diskutiert werden, wie auch unter schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen Lösungen gelingen können, die Betroffenen neue Perspektiven eröffnen und zugleich gesellschaftlich nachhaltig sind. Was bedeutet es für Menschen, über längere Zeit ohne eigene Wohnung zu leben? Welche Folgen hat Wohnungslosigkeit – und was brauchen Fachkräfte, um Menschen in besonders komplexen Lebenslagen wirksam zu unterstützen? Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich per E-Mail an sos.wohnungslosenhilfe.ev@gmail.com. Die Teilnahme kostet 35 Euro.
Begegnungsfest der Heilsarmee
Ein Fest zum Austausch und für Begegnung veranstaltet die Heilsarmee am Freitag, 11. September 2026, von 14 bis 16 Uhr in ihrem Tagestreff an der Reicker Straße 89. Es gibt Live-Musik, für Speisen und Getränke ist auch gesorgt.
Fakten zur Wohnungslosigkeit in Dresden
Aktuell verzeichnet die Stadtverwaltung 437 wohnungslose Frauen und Männer in Dresden. Diese Zahl umfasst wohnungslose Menschen, die sich ratsuchend im Sozialamt gemeldet haben. Die Stadt Dresden hält für wohnungslose Menschen in zwölf Heimen insgesamt 420 Plätze sowie in 30 Wohnungen zusammen 61 Plätze für eine Übernachtung zur Verfügung. Neben einem Schlafplatz und dem Aufenthalt am Tag, der Möglichkeit zu duschen und der Zubereitung von Mahlzeiten, werden vor Ort Beratungs- und Unterstützungsleistungen angeboten. Außerhalb der Dienstzeiten des Sozialamtes stehen 50 Notschlafplätze für eine Übernachtung zur Verfügung.
Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen können sich an eine der insgesamt vier Kontakt- und Beratungsstellen in Dresden wenden. Erfahrene Mitarbeiter stehen Betroffenen im Wohnungsnotfall mit Rat und Tat zur Seite. Die vier Kontakt- und Beratungsstellen sind: Diakonisches Werk – Stadtmission Dresden gGmbH, Mohnstraße 43, 01127 Dresden; Gemeinnützige Gesellschaft Striesen Pentacon e. V., Ludwig-Hartmann-Straße 40, 01277 Dresden; Radebeuler Sozialprojekte gGmbH, Schillingstraße 7, 01159 Dresden-Löbtau; Verein für Soziale Rechtspflege e. V. für straffällig gewordene Menschen, Karlsruher Straße 36, 01189 Dresden.
Weitere Angebote, die von der Stadt finanziell unterstützt werden, sind Tagestreffs wie der Tagestreff „Schorsch“ in Pieschen und der Tagestreff in Reick sowie aufsuchende Sozialarbeit. Die Heilsarmee und die Rasop Radebeuler Sozialprojekte leisten zugehende Hilfen für wohnungslose Menschen. Zudem fördert die Stadt die Bahnhofsmission am Dresdner Hauptbahnhof und sozialarbeiterische Hilfen bei der Straßenzeitung „drObs“. Die Gemeinnützige Gesellschaft Striesen Pentacon e. V. bietet Beratung für Wohnungsnotfälle speziell für EU-Bürgerinnen und EU-Bürger an.
