- Durch die körperlich schwere Arbeit müssen Bauarbeiter oft vor 63 in Rente gehen.
Harte Arbeit=früher Ruhestand? IG BAU fordert Rentenreform
Für viele Bauarbeiter ist lange vor dem gesetzlichen Renteneintritt Schluss. Nach Angaben der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) sind von rund 5.610 Beschäftigten am Bau in Leipzig nur etwa 230 älter als 63 Jahre.
Die Gewerkschaft sieht darin ein deutliches Zeichen dafür, dass viele den körperlich belastenden Beruf bis zum regulären Rentenalter nicht ausüben können. Maurer, Dachdecker oder Straßenbauer arbeiteten oft jahrzehntelang bei Hitze, Frost und Wind. Viele seien gesundheitlich schon vor dem 60. Lebensjahr so stark belastet, dass sie ihren Beruf nicht mehr ausüben könnten.
Rentenalter senken?
Die IG BAU fordert deshalb, das Renteneintrittsalter stärker an die Belastung des jeweiligen Berufs anzupassen. Menschen mit besonders harter körperlicher Arbeit müssten die Möglichkeit haben, früher regulär in den Ruhestand zu gehen. Die geplanten Reformen der Rentenkommission gingen aus Sicht der Gewerkschaft an der Realität vieler Beschäftigter vorbei.
Kritik gibt es außerdem an den Überlegungen, die Rente mit 63 abzuschaffen. Das würde nach Ansicht der IG BAU vor allem die sogenannten Babyboomer treffen, die jahrzehntelang Beiträge gezahlt und ihre Lebensplanung auf die bisherigen Regelungen ausgerichtet hätten. Allein in Leipzig werden nach Angaben der Gewerkschaft in den kommenden zehn Jahren rund 68.600 Menschen aus dieser Generation in Rente gehen.
Neben flexibleren Übergängen in den Ruhestand fordert die IG BAU außerdem ein dauerhaft stabiles Rentenniveau. Die heimischen Bundestagsabgeordneten ruft die Gewerkschaft dazu auf, sich im weiteren Gesetzgebungsverfahren für die Interessen körperlich stark belasteter Beschäftigter einzusetzen.
