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  • Schon 2022 gab es in der Wohnung auf dem Kaßberg einen Gefahrguteinsatz.
  • Das Gericht hatte den 63-Jährigen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und 300 Sozialstunden verurteilt.

Explosions-Gefahr! Der „Chemiker“ hat wieder experimentiert

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Chemiker und Chemnitz-Sonnenberg – diese Kombination hat am Montag wieder für einen Großeinsatz gesorgt. Seit dem Vormittag waren Stadt, Berufsfeuerwehr und Polizei in der Humboldtstraße im Einsatz. In einer Wohnung hatten Mitarbeiter der Stadt bei einer geplanten Pfändung mehrere Gefäße mit chemischen Substanzen entdeckt. Die Polizei unterstützte dabei in Amtshilfe.

Verdächtige Stoffe in der Wohnung

Im Laufe des Tages prüfte die Berufsfeuerwehr die Substanzen. Dabei stellte sich heraus: Einige Stoffe waren teils explosiv. Deshalb wurden Spezialisten der USBV-Gruppe des Landeskriminalamtes Sachsen angefordert. USBV steht für unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtung. Kurz gesagt: Da kommt nicht mehr der Werkzeugkasten, da kommt das ganz große Besteck.

Chemikalien auf Deponie gesprengt

Die LKA-Spezialisten bestätigten schließlich den Verdacht. Eine Substanz war nicht handhabungssicher. Sie wurde auf die Deponie Weißer Weg gebracht und gegen 19.35 Uhr kontrolliert umgesetzt. Weitere Chemikalien aus der Wohnung wurden sichergestellt. Bei ihnen besteht der Verdacht, dass der 63-jährige Mieter sie nicht besitzen durfte. Gegen ihn laufen nun Ermittlungen wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Ausgangsstoffgesetz.

Alter Bekannter für Polizei und LKA

Der Mann ist kein Unbekannter. Schon vor vier Jahren hatten Spezialisten des LKA bei ihm gefährliche Substanzen entdeckt. Damals war ein Versuch in seiner Küche außer Kontrolle geraten. Die Feuerwehr musste anrücken, der Mann kam ins Krankenhaus.

Später fanden Ermittler an mehreren Orten weitere Lager mit Chemikalien. Viele Stoffe wurden abtransportiert. Was zu gefährlich war, wurde direkt vor Ort durch drei Entsorgungssprengungen unschädlich gemacht.

Vor Gericht erklärte der Chemiker später, er habe mit Brom experimentiert. Die Chemikalien habe er aus Apotheken-Auflösungen erworben. Außerdem sagte er, er habe an einem Potenzmittel, Haarwuchsmitteln und Diätprodukten geforscht. Das Gericht verurteilte ihn zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und 300 Sozialstunden.