- Katrin Heinze, die Chefin der Arbeitsagentur, musste schlechte Zahlen melden.
Erstmals wieder mehr als zehn Prozent Arbeitslose
In Chemnitz ist die Zahl der Arbeitslosen im Juli deutlich gestiegen. 12.930 Menschen waren ohne Job. Das sind 568 mehr als im Juni und 456 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote erreichte 10,1 Prozent. Damit lag sie erstmals seit Februar 2015 wieder über der Marke von zehn Prozent. Zugleich waren so viele Menschen arbeitslos wie seit August 2012 nicht mehr.
Arbeitslose: Sommer verstärkt den Anstieg
Die Agentur für Arbeit führt die Entwicklung auf die schwierige Konjunktur und typische saisonale Gründe zurück. Im Sommer enden viele Ausbildungen, Schul- und Studienzeiten sowie befristete Arbeitsverträge. Neue Lehrstellen beginnen meist erst im August oder September. Viele Betriebe warten mit Einstellungen bis nach den Ferien.
Der Anstieg sei deshalb nicht überraschend, erklärte Agenturchefin Katrin Heinze. Die Probleme auf dem Arbeitsmarkt hätten sich bereits seit längerer Zeit entwickelt. Von den Arbeitslosen werden 8.928 vom Jobcenter betreut. Weitere 4.002 entfallen auf die Arbeitsagentur.
Unternehmen melden mehr freie Stellen
Gleichzeitig suchen viele Firmen weiter Personal. Im Juli meldeten die Chemnitzer Unternehmen 516 neue Arbeitsstellen. Das waren 124 mehr als im Juni und 100 mehr als im Juli 2025. Insgesamt waren 1.914 freie Stellen registriert.
Rund 88 Prozent davon sind Vollzeitstellen. Gesucht werden vor allem Fachkräfte. Auf sie entfallen 1.022 Angebote. Weitere 642 Stellen richten sich an Experten oder Spezialisten. Für Helfer waren 250 Angebote gemeldet.
Am meisten gesucht
Die meisten freien Stellen gibt es in der Industrie mit 462 Angeboten. Danach folgen Zeitarbeit mit 305 und das verarbeitende Gewerbe mit 222 Stellen. Bei den Berufen führen ebenfalls industrielle Jobs mit 318 Angeboten. Es folgen Bau- und Ausbauberufe mit 253 sowie Gesundheitsberufe mit 192 Stellen.
Dass Arbeitslose und freie Stellen gleichzeitig zunehmen, erklärt die Agentur mit fehlenden Qualifikationen, regionalen Unterschieden und der Nachfrage nach bestimmten Berufen. Weiterbildungen und Umschulungen sollen dabei helfen.
