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„Er wollte mich töten“ - Prozess zu Gewalttat in Bad Muskau

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Diese Tat erregte Aufsehen über Bad Muskau hinaus. Ende Juli vergangenen Jahres wurde ein Deutscher von einem Polen fast totgeschlagen. Er stach auf das Opfer mit einer abgebrochenen Flasche ein. Nur durch eine Not-OP konnte der 29-Jährige gerettet werden. Die Tat geschah an einer Bushaltestelle an der Berliner Straße in Bad Muskau.

„Er wollte mich töten“, sagte der Bad Muskauer heute zu Prozessbeginn am Landgericht Görlitz aus. „Er kam wie aus dem Nix und ist wie besessen auf mich losgegangen.“ Aber warum? Darauf fand der 29-Jährige keine  Antwort. Er habe Hass in seinen Augen gesehen. Ein Freund des Bad Muskauers ging dazwischen und bekam dabei selbst Schläge ab.

Der Angeklagte versuchte sich mit seinem Alkoholproblem zu verteidigen. Er habe an jenem Tag viel getrunken: Eine Flasche Wein, sechs Bier, eine Flasche Whisky und zwei Flaschen Pefferminzlikör. An Einzelheiten zur Tat konnte sich der 43-Jährige   nicht mehr erinnern. Auch Angaben zum Motiv blieben nebulös. Er erzählte von einer Begegnung zwei Wochen vor der Tat am Netto-Markt in Bad Muskau. Das spätere Opfer wollte angeblich Blumenerde klauen, was ihm – dem Angeklagten – missfiel. Er habe sich an ihm rächen wollen, so der Angeklagte. 

Die Staatsanwaltschaft wirft dem gelernten Lokführer versuchten Totschlag vor. „Er hat ihn mit dem Tod bedroht“, sagte Oberstaatsanwalt Sebastian Matthieu.

Das Opfer, das inzwischen in Hoyerswerda lebt, hat bleibende Schäden davongetragen.  Er sei auf einer Körperseite teilweise gelähmt, könne seinen linken Arm nicht mehr richtig bewegen. Er klagt außerdem über Panikattacken und Schlafstörungen. Eine Entschuldigung des Anklagten nahm er nicht an. Er wandte sich zu ihm: „Du hast mein Leben kaputt gemacht.“

 Der Prozess wird fortgesetzt.