- Gerichtsgebäude am Görlitzer Postplatz
Drogen im Schlüpfer - Fliesenleger verurteilt
Er war mit rund 100 Gramm der Designerdroge Clephedron in der Unterhose am Grenzübergang Ludwigsdorf erwischt worden. Heute wurde dem Tätowierer und Fliesenleger in Görlitz der Prozess gemacht. Er wurde zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt. Das Gericht setzte die Strafe zur Bewährung aus.
Weshalb kam der Angeklagte so glimpflich davon?
Weil er nicht von Anfang wusste, dass sein Kumpel, mit dem er in einem Mietauto von Polen nach Deutschland eingereist war, den Drogentransport eingefädelt hatte. Erst kurz vor der Kontrolle, und zwar schon auf deutschem Gebiet, habe er ihm von „nicht ganz legalen Medikamenten“ erzählt, die für Abnehmer in der Schweiz bestimmt seien. Ein Päckchen versteckte er in der Mittelkonsole, das andere gab er dem Angeklagten.
Bei der Kontrolle nahm der Angeklagte zunächst alle Schuld auf sich, so wie es offenbar sein Kumpel wollte. „Er war Blitzableiter“, so der Verteidiger. In der Verhandlung rückte er auf Druck seines Anwalts mit der Wahrheit heraus, also dass er erst kurz vor der Kontrolle mit der Droge konfrontiert wurde. Das Gericht glaubte ihm. Der Staatsanwalt rückte vom Vorwurf der unerlaubten Drogeneinfuhr ab. Übrig blieb unerlaubter Besitz. Der Haftbefehl wurde aufgehoben.
Der Angeklagte saß seit fünf Monaten hinter Gittern. Dagegen befindet sich sein Kumpel auf freiem Fuß. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.
