- Leere Sitze in einer S-Bahn (Symbolbild).
Die verschwiegenen Toten von Leipzig
Seit 1990 sind in Leipzig mindestens neun Menschen nach rechtsextremer Gewalt gestorben. Todesopfer linksextremer Gewalt sind nicht bekannt. Das zumindest geht aus den Statistiken der Sicherheitsbehörden hervor. Obwohl sich mit dem Stadtteil Connewitz in der Messestadt eins der für linke Gewalt bekanntesten Gebiete befindet. Registriert sind hier dafür viele schwere Sachbeschädigungen und Körperverletzungsdelikte.
„Kein Randphänomen“
Das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig widmet sich dem Thema in der neuen Ausstellung „Die verschwiegenen Toten. Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 in Leipzig“. „Rechte Gewalt ist kein Randphänomen“, heißt es in der Ankündigung. Deutschlandweit seien seit 1990 mindestens 224 Personen nach rechts motivierten Angriffen gestorben. „Sie sind die Folge menschenfeindlicher Ansichten, in deren Rahmen Personen aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe, sexuellen Orientierung oder sozialen Lage abgewertet und entmenschlicht werden.“
Die Täter würden oft in einem Klima handeln, „das Gewalttaten begünstigt und sogar relativiert“. In der Ausstellung werden die neun Leipziger Morde und deren Hintergründe näher beleuchtet - und wie sie im Nachhinein teilweise entpolitisiert und verharmlost worden seien.
Zu sehen ist die Ausstellung vom 16. September bis 31. Oktober, dienstags bis sonntags immer von 10 bis 18 Uhr im Alten Rathaus. Erstellt worden sei sie in Kooperation mit dem Initiativkreis Antirassismus Leipzig. Am Tag vor der Eröffnung (15. September) soll es dazu ein Podiumsgespräch geben (18 Uhr). Der Eintritt ist frei - auch für die komplette Ausstellung.
