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Das älteste Schiff vom Cossi wird „elektrifiziert“

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Die MS Cospuden bekommt einen elektrischen Antrieb. Dafür wird das älteste Fahrgastschiff vom Cospudener See aus dem Wasser geholt und vor Ort umgebaut. Geschäftsführer Lukas Bennemann freut sich über die Modernisierung – möchte aber unbedingt den historischen Charme des Schiffes bewahren.

Einmal noch mit Diesel über den Cospudener See, dann ist Schluss mit dem alten Antrieb: Die MS Cospuden soll elektrisch werden! Am 1. November 2026 ist die letzte Fahrt mit dem alten Motor geplant. Einen Tag später beginnen die Umbauarbeiten. Bis April 2027 soll das Fahrgastschiff wieder einsatzbereit sein.

Damit das überhaupt klappt, muss die MS Cospuden zunächst aus dem Wasser. Dafür wurde eigens ein Anhänger gebaut, mit dem das Schiff aus dem See geholt werden kann. Anschließend wird unweit vom Cossi gearbeitet. Die Freizeit-Abenteuer GmbH investiert insgesamt rund 1,2 Millionen Euro in die Sanierung und technische Modernisierung, ein Großteil davon kommt über eine Förderung des Bundes.

Geschäftsführer Lukas Bennemann freut sich auf das Projekt. Die MS Cospuden sei für ihn mehr als nur ein Schiff, das Touristen über den See fährt. Er stehe auch selbst am Steuer – und genau deshalb ist ihm wichtig, dass die Modernisierung den Charakter des Schiffes nicht verändert.

„Wir wollen die MS Cospuden technisch in die Zukunft bringen, aber sie soll dabei trotzdem die MS Cospuden bleiben, die unsere Fahrgäste kennen und lieben“, sagt Bennemann.

Das alte Steuerrad soll bleiben

Die MS Cospuden wurde 1958 gebaut, war dann in Amsterdam und Hamburg unterwegs und ist mittlerweile seit April 2000 auf dem See unterwegs. Bei der Modernisierung soll deshalb nicht einfach alles neu werden. Vor allem die Optik liegt Bennemann am Herzen. Das alte Steuerrad beispielsweise soll erhalten bleiben.

„Gerade diese alten Details machen das Schiff für mich aus. Das Steuerrad gehört einfach dazu. Ich finde es schön, wenn man sieht, dass ein Schiff eine Geschichte hat – und die soll man ihm auch nach dem Umbau noch ansehen.“ Auch die Kinder dürften bei ihnen ans Steuer. „Und da ist es immer schön zu sehen, wie die Kleinen gerade so drüber schauen können“, erklärt der Geschäftsführer.

Dass er selbst regelmäßig mit dem Schiff fährt, macht das Projekt für ihn besonders. Wann immer es möglich ist, übernimmt er selbst das Steuer. Umso gespannter ist er darauf, wie sich das Schiff nach dem Umbau anfühlt und fahren lässt.

Weniger Motorenlärm auf dem See?

Unter der historischen Hülle steckt künftig deutlich modernere Technik. Der bisherige DAF-Dieselmotor mit 94 Kilowatt Leistung wird durch einen Permanentmagnet-Elektromotor mit 55 Kilowatt ersetzt. Die Energie liefert eine Batterie der Lehmann Marine GmbH mit einer Kapazität von 300 Kilowattstunden. Auch die übrige technische Ausstattung wird erneuert.

Der Elektroantrieb verursacht während der Fahrt keine Abgase direkt am Schiff. Außerdem soll er deutlich leiser sein als der bisherige Dieselmotor. Für die Fahrgäste könnte das bedeuten, dass sie die Landschaft und die Ruhe auf dem Wasser künftig noch besser genießen können.

Ob das tatsächlich so deutlich zu hören ist, darauf ist Bennemann selbst gespannt: „Ich freue mich natürlich, wenn es an Bord ruhiger wird. Aber ich bin auch neugierig, wie groß der Unterschied am Ende wirklich ist. Das werden wir erst merken, wenn wir wieder fahren.“

Unterstützung für die Zukunft des Schiffes

Die Modernisierung kostet rund 1,2 Millionen Euro und wird durch die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt gefördert. Den Umbau übernimmt die H&D Dienstleistungen GmbH unter der Leitung von Florian Dindinger.

Bennemann ist froh, dass das Vorhaben Unterstützung erhält. „So ein Umbau ist natürlich ein großes Projekt. Umso schöner ist es, dass wir Unterstützung auch von der Stadt Markkleeberg bekommen und das Schiff gemeinsam für die nächsten Jahrzehnte fit machen können“, sagt er.

Seit mehr als 25 Jahren gehört die MS Cospuden zum touristischen Angebot des Leipziger Neuseenlandes. Bei ihren Rundfahrten können Gäste den See vom Wasser aus erleben. Nach dem Umbau soll das Schiff im Frühjahr 2027 zurückkehren – mit neuem Antrieb, aber mit seinem vertrauten Erscheinungsbild.

Dann wird sich zeigen, ob die MS Cospuden künftig tatsächlich leiser über den See gleitet. Für Bennemann steht schon jetzt fest: Modernisierung ja, aber ohne die Geschichte des Schiffes über Bord zu werfen.