- Probestau an der Talsperre Eibenstock 1981
Das „Riesenfass“ feiert Jubiläum
Der Trinkwasser-Speicher unserer Region hat runden Geburtstag. Am 20. Juni 1986 wurde die Talsperre Eibenstock feierlich eingeweiht. Also vor 40 Jahren. Ganz genau genommen war sie da aber schon länger im Dienst. Seit April 1982 fließt von dort Trinkwasser in das Fernwassernetz. Versorgt wird damit bis heute der Großraum Chemnitz-Zwickau.
Fertig war das riesige Bauwerk damals trotzdem noch nicht ganz. Der Bau hatte bereits 1974 begonnen. Die endgültige Fertigstellung erfolgte erst 1987. So ist das manchmal mit richtig großen Vorhaben. Erst läuft das Wasser. Dann kommt der Rest.
84 Millionen Kubikmeter Wasser im Erzgebirge
Die Dimensionen der Talsperre Eibenstock sind bis heute beachtlich. Bei Vollstau bedeckt der See eine Fläche von rund 3,7 Quadratkilometern. Gespeichert werden mehr als 84 Millionen Kubikmeter Wasser. Das entspricht etwa 500 Millionen Badewannen. Wer also morgens den Hahn aufdreht, zapft gewissermaßen ein Stück Erzgebirge an.
Von Einheimischen wird die Talsperre auch das „Riesenfass von Eibenstock“ genannt. Der Name passt. Denn hinter der Staumauer liegt nicht einfach ein See, sondern Sachsens größte Trinkwassertalsperre.
Geplant nach dem Hochwasser von 1954
Die Geschichte begann nach dem verheerenden Hochwasser 1954 in Zwickau. Zunächst war eine Brauchwassertalsperre geplant. Sie sollte auch dem Hochwasserschutz dienen. Später rückte die Trinkwasserversorgung stärker in den Mittelpunkt. Denn der Großraum Karl-Marx-Stadt und Zwickau brauchten eine sichere Versorgung.
1968 fiel deshalb der Beschluss für den Bau einer Trinkwassertalsperre bei Eibenstock. Im März 1981 gab es den ersten Probestau. Ab 1982 wurde Trinkwasser eingespeist.
Schutz für Wasser und Region
Die Talsperre Eibenstock hat mehrere Aufgaben. Sie liefert Trinkwasser. Sie schützt vor Hochwasser. Und sie kann bei Trockenheit den Wasserstand der Mulde erhöhen. Zur Anlage gehören auch die Vorsperre Schönheiderhammer und vier kleinere Vorbecken. Sie halten Sedimente zurück. So wird das Wasser vorgereinigt, bevor es in die Hauptsperre und später ins Wasserwerk Burkersdorf gelangt.
Das Einzugsgebiet ist Trinkwasserschutzgebiet. Deshalb gelten dort besondere Regeln. Baden und Wassersport sind verboten. Angeln ist mit Genehmigung des Anglerverbands Südsachsen möglich.
Wandern über die Mauerkrone
Ganz unnahbar ist das Riesenfass aber nicht. Rund um die Talsperre Eibenstock führen mehrere Wanderwege. Die Routen sind zwischen 6 und 17 Kilometer lang. Seit 2014 können Wanderer auch über die Mauerkrone der Talsperre und über die Mauerkrone der Vorsperre Schönheiderhammer gehen.
Am Dienstgebäude an der Mauerkrone gibt es Wanderkarten und Stempelkarten für das Drei-Talsperren-System Eibenstock, Carlsfeld und Sosa. Wasser gibt es dort also nicht nur aus der Leitung. Sondern auch als Ausflugsziel.
