Das hat das Gutachten zur Leipziger Schienen-Katastrophe ergeben
Die Leipziger Verkehrsbetriebe haben am späten Montagvormittag die Ergebnisse des Gutachtens zu den großen Schienen-Schäden bei der Hitzewelle Ende Juni vorgestellt. Es war beim TÜV SÜD Rail in Auftrag gegeben worden. Demnach habe es nicht DEN einen Auslöser oder die eine Ursache gegeben. Vielmehr seien die riesigen Schäden durch ein Zusammenspiel verschiedenster Faktoren entstanden.
Schaden wird auf 4,5 Millionen Euro geschätzt
Auf etwa 36 der rund 150 Kilometer Gleise in Leipzig war nach der tagelangen Hitze Fugenmasse ausgelaufen und hatte die Schienen verklebt. Dank der Hilfe von etwa 2000 Freiwilligen konnten sie danach nach und nach relativ schnell wieder freigekratzt und schließlich im Laufe des Juli alle wieder für den Verkehr freigegeben werden.
Hauptgrund sei natürlich die tagelange Rekord-Hitze mit tropischen Temperaturen gewesen. Bei über 40 Grad Außentemperatur sei am 27. Juni beispielsweise eine Schienentemperatur von teilweise mehr als 70 Grad gemessen worden. Der entstandene Schaden in Leipzig wird mittlerweile auf rund 4,5 Millionen Euro geschätzt. Auch in anderen europäischen Städten habe es große Schäden an den Gleisanlagen gegeben - etwa in Budapest, Nürnberg oder Essen.
Fugenmasse soll anders eingebaut werden
Trotzdem wird weiterhin der Einsatz von bituminöser Fugenmasse in den Leipziger Gleisanlagen empfohlen. Allerdings mit „Qualitätssicherung durch enge Kontrolle beim Bauen und Einbringen sowie Anpassungen für eine klimaresiliente Infrastruktur.“ Die Fugenmasse soll zum Beispiel künftig niedriger unter dem Schienenkopf eingebaut werden. Am Leipziger Hauptbahnhof sei das zuletzt bereits so gemacht worden.
Außerdem soll künftig mit einer Masse gearbeitet werden, die einen 5 Grad höheren Schmelzpunkt hat. Die technische Richtlinie für Fugenmasse sei bereits bundesweit geändert worden. Und: „Eine Veredelung der Fugenmasse mit Kunststoffgranulat statt Steinmehl zur Vermeidung an Reifen und Rädern wird aktuell noch untersucht.“ Denn Steinmehl hafte stärker an Reifen, Kunststoffgranulat weniger.
Ein bereits von den LVB eingeführter Hitzeplan werde ebenfalls fortgesetzt, hieß es. Das wichtigste in Zukunft seien im Notfall eine bessere Überwachung, Kühlung sowie im Zweifel die Sperrung einzelner Streckenabschnitte. Die endgültige Reparatur der beschädigten Gleisanlagen soll bis Jahresende abgeschlossen werden.
