- Hier schön zu sehen: Die beeindruckende Kuppel des ehemaligen Gasometers.
- Der Blick von unten: Früher wurde hier das Gas gespeichert.
Das Geheimnis des Leipziger Gasometers
Aktuell ist im Panometer Leipzig die Antarktis Ausstellung von Yadegar Asisi zu sehen. Noch bis 1977 wurde das historische Gebäude als Gasspeicher für die Stadt genutzt. Auch heute sind die runden Giganten echte Hingucker und bringen faszinierende technische Geheimnisse mit sich.
Haben Sie sich jemals gefragt, wie das gigantische Dach auf den hohen Speicher kam?
„Man zog es mit Muskelkraft hoch“
Die Errichtung der Kuppel über dem 45 Meter weiten Raum, der ganz ohne stützende Pfeiler auskommen musste, war im 19. Jahrhundert eine echte technische Innovation. Der preußische Eisenbahningenieur Schwedler nutzte seine Erfahrung im Brückenbau, um eine extrem leichte Dachkonstruktion zu entwickeln.
Da man das Dach nicht im Ganzen transportieren konnte, bediente man sich eines Tricks: Zuerst wurden die äußeren Mauern hochgezogen, in deren Inneren man dann die Stahlkonstruktion mit Nieten zusammensetzte. Gästeführer Markku Weber beschreibt den Kraftakt der Bauarbeiten: „Und jetzt zog man also übrigens auch mit Muskelkraft diese riesige Stahlkonstruktion nach oben.“
Der Begriff Gasometer ist falsch
Eine weitere Überraschung betrifft den Namen des Gebäudes. Wie uns der Experte verraten hat, ist der landläufige Begriff „Gasometer“ eigentlich falsch. Der Grund: Ursprünglich bezeichnete er nur das riesige Messinstrument, welches den Füllstand des Gases anzeigte.
Doch wie heißt das Gebäude richtig? Laut Markku Weber ist der technisch korrekte Begriff ein Wort, das eigentlich „für’s Galgenraten“ geeignet wäre. Korrekt laute es „Nasser Niederdruck-Teleskop-Gasspeicher“. Auch wenn dieser Name kompliziert klingt, erklärt er doch ganz logisch die Funktionsweise: Ein Wasserbecken am Boden („nass“), in das Gas geleitet wurde, drückte eiserne Ringe allein durch den vorhandenen Gasdruck wie bei einem Teleskop auseinander, so die Erklärung.

