- Die Arbeitsagentur sieht in Chemnitz ein Ausbildungsproblem und wirbt im Mai gezielt um neue Betriebe.
- „Wir sehen aktuell durchaus ein Ausbildungsproblem in Chemnitz“, sagt Katrin Heinze, Chefin der Arbeitsagentur Chemnitz.
Chemnitz hat ein Ausbildungs-Problem
Jahrelang war die Sache klar: Firmen suchten Nachwuchs. Viele Ausbildungsplätze blieben leer. Die Jugendlichen konnten oft wählen. Jetzt dreht sich der Wind auf dem Chemnitzer Ausbildungsmarkt. Die Zahl der Jugendlichen auf Ausbildungssuche steigt. Gleichzeitig bieten weniger Unternehmen Ausbildungsplätze an. Damit geraten Angebot und Nachfrage aus dem Gleichgewicht. Die Agentur für Arbeit Chemnitz spricht deshalb von einem „Ausbildungsproblem“.
Mehr Jugendliche, weniger Plätze
„Wir sehen aktuell durchaus ein Ausbildungsproblem in Chemnitz“, sagt Katrin Heinze, Chefin der Arbeitsagentur Chemnitz. Ein Grund seien geburtenstarke Jahrgänge. Dadurch kommen mehr junge Leute auf den Markt. Gleichzeitig geht das Angebot an Ausbildungsplätzen zurück. Für viele Schulabgänger wird der Start ins Berufsleben damit schwieriger. Sie müssen genauer suchen. Und sie brauchen oft auch einen Plan B.
Für Unternehmen kann die Lage aber auch eine Chance sein. Denn wer selbst ausbildet, kann sich Nachwuchs sichern. Heinze sagt dazu: „Wer heute ausbildet, sichert sich die Fachkräfte von morgen.“
MAIsterplan soll Firmen erreichen
Die Arbeitsagentur und das Jobcenter Chemnitz wollen deshalb stärker auf Unternehmen zugehen. Vom 11. bis 15. Mai läuft der sogenannte MAIsterplan. Dabei spricht der gemeinsame Arbeitgeberservice gezielt Firmen an. s geht um Ausbildungsplätze, Praktika und einfache Einstiegsmöglichkeiten. Außerdem können Unternehmen Fragen zur Ausbildung stellen. Auch Beratung, finanzielle Förderung und Begleitung sollen Thema sein.
Die Arbeitsagentur arbeitet dabei mit der Industrie- und Handelskammer sowie der Handwerkskammer zusammen. Es sind auch Betriebsbesuche geplant. Teilweise sollen Jugendliche auf Ausbildungssuche mit dabei sein.
Praktikum als Türöffner
Im Mai rückt außerdem die „Woche des Praktikums“ in den Blick. Sie läuft vom 18. bis 22. Mai. Dabei sollen junge Leute verschiedene Wege in den Beruf kennenlernen. m 19. Mai gibt es dazu einen digitalen Elternabend. Er läuft von 18 Uhr bis 19.30 Uhr über MS Teams. Die Arbeitsagentur lädt gemeinsam mit IHK und HWK Chemnitz ein. Eine Anmeldung ist nicht nötig.
Der Elternabend richtet sich vor allem an Eltern von Schülern ab der achten Klasse. Die Kammern geben Einblicke in den Betriebsalltag. Außerdem geht es darum, wie ein Praktikum zur passenden Ausbildung führen kann.
Sylvia Hirschberg von der Berufsberatung sagt: „Praktische Erfahrungen sind für viele Jugendliche ein entscheidender Schritt auf dem Weg ins Berufsleben.“ Praktika und Einstiegsqualifizierungen helfen, Berufe besser kennenzulernen. Firmen wiederum können mögliche Azubis früh begleiten.

