++ EIL ++
  • Chemnitz schneidet beim ÖPNV deutlich schlechter ab als Leipzig und Dresden.

Chemnitz bei Bussen und Bahnen abgehängt

Zuletzt aktualisiert:

Chemnitz hat unter den drei sächsischen Großstädten die schlechteste Anbindung an Busse und Bahnen. Das zeigt der neue ÖV-Atlas der Denkfabrik Agora Verkehrswende. Beim bundesweiten Vergleich von 78 Großstädten landet Chemnitz auf Platz 59. Leipzig erreicht Rang neun, Dresden Platz zwölf.

Über 18.000 Chemnitzer schlecht angebunden

Nur 56 Prozent der Chemnitzer haben eine gute oder sehr gute Verbindung mit Bus und Bahn. In Dresden sind es dagegen 87 Prozent, in Leipzig sogar 88 Prozent. Rund 16.000 Chemnitzer haben eine schwache oder keine ausreichend bewertbare Nahverkehrsanbindung. Die Haltestellen liegen zu weit entfernt oder Busse und Bahnen fahren zu selten. Für gut 2.100 Einwohner erreicht das Angebot nicht einmal die niedrigste Güteklasse.

Leipzig und Dresden deutlich besser

In Chemnitz haben damit nur gut fünf von zehn Einwohnern eine gute oder sehr gute Verbindung mit Bus und Bahn. In Leipzig und Dresden sind es fast neun von zehn.

Auf dem Land sieht es noch schlechter aus

Noch größere Lücken zeigt der ÖV-Atlas im Chemnitzer Umland. Im Erzgebirgskreis haben rund 149.000 Menschen eine schwache oder keine ausreichend bewertbare Nahverkehrsanbindung. Das sind 46 Prozent der Bevölkerung. In Mittelsachsen betrifft das rund 134.000 Einwohner oder 45 Prozent. Im Landkreis Zwickau sind es 35 Prozent, im Vogtlandkreis ebenfalls knapp 35 Prozent.

Wie gut fahren Busse und Bahnen?

Für den ÖPNV-Vergleich untersuchten die Experten die Entfernung zur nächsten Haltestelle, die Zahl der Abfahrten und die verfügbaren Verkehrsmittel. Grundlage sind Fahrplandaten vom Januar 2026 und Einwohnerzahlen des Zensus 2022. Verspätungen, Zugausfälle und Fahrpreise flossen nicht in die Bewertung ein.