Stadtrat stimmt ab: Das wird die neue Carolabrücke
Beim Thema Carolabrücke sind die Würfel gefallen. Der Dresdner Stadtrat hat entschieden, dass der Auftrag für den Ersatzneubau an das Planungsbüro FHECOR / TSSB geht.
Der Beschluss wurde mit einer Mehrheit von CDU, Team Zastrow, AfD und FDP gefasst. Experten, Begleitgremium und Verwaltung wurden damit überstimmt, sie hatten sich für das Modell von LAP ausgesprochen.
39 Stimmen aus CDU, AfD, FDP/FB und Team Zastrow gab es für den Entwurf von FHECOR. SPD, Grüne, Linke, PVP, BSW und der OB waren für das Modell von LAP. Ein Ersetzungsantrag von SDP, Linken und Grünen für den Entwurf von LAP mit nur zwei Spuren fand keine Mehrheit. Das sollte nach Ansicht der Fraktionen rund 30 Millionen Euro bei den Baukosten einsparen.
Der Entwurf von FHECOR/ TSSB, der nun gebaut werden soll, war auch der Favorit bei den Dresdnern in der Bürgerumfrage. Es ist allerdings auch der Entwurf mit dem höchsten Risiko. Experten befürchten, dass dafür ein teures Planfeststellungsverfahren notwendig werden könnte. Der Baubeginn für die neue Carolabrücke ist für Mai 2028 geplant.
Vor der Entscheidung über die Carolabrücke hatte OB Hilbert den Entwurf des städtischen Haushalts für 2026/2027 eingebracht und vor der extrem schwierigen finanziellen Lage der Stadt gewarnt.
LAP geht als Favorit der Experten leer aus
„Diese Entscheidung ist nicht die, die wir uns erhofft hatten“, sagt Tobias Mansperger, Prokurist bei Leonhardt, Andrä und Partner. „Wir respektieren sie und werden sie sorgfältig prüfen.“ Zu den offenen Fragen rund um den gewählten Entwurf verweist Mansperger auf das von der Stadt selbst in Auftrag gegebene Rechtsgutachten: „Die Genehmigungsrisiken beim FHECOR/TSSB-Entwurf sind damit nicht neu, sie sind von der Stadt selbst dokumentiert. Diese Risiken verschwinden mit der heutigen Entscheidung nicht, sie gehen jetzt in die weitere Planung über.“
So geht es mit der Planung weiter
Noch im September 2026 soll das ausgewählte Planungsteam mit den nächsten Planungsleistungen beauftragt werden. Der Wiederaufbau der Carolabrücke erfordert eine umfassende und schrittweise Planung. Ein wesentlicher Teil der Gesamtleistung liegt dabei bereits vor dem eigentlichen Baubeginn. Dazu gehören die technische Ausarbeitung des Entwurfs, Abstimmungen mit verschiedenen Beteiligten und die Vorbereitung der Ausschreibung.
Zunächst wird die Vorplanung abgeschlossen. Bei Ingenieurbauwerken wie der Carolabrücke macht dieser Planungsschritt entsprechend der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) rund ein Viertel der gesamten Planungsleistungen aus. Damit wird deutlich, dass auch nach der Auswahl des Planungsteams noch ein erheblicher Teil der Planung bevorsteht. Danach wird der ausgewählte Entwurf in der Entwurfsplanung weiter ausgearbeitet. Dabei werden unter anderem die Statik, die Straßenaufbauten, die Entwässerung und die Kosten detailliert geplant. Auch die Fachplanungen für Fernwärme, Beleuchtung und die Fahrleitungsanlage der Straßenbahn müssen aufeinander abgestimmt werden.
Liegt der fertige Entwurf vor, folgen weitere Abstimmungen mit Behörden, Versorgungsträgern und Verbänden. Auf dieser Grundlage wird die Planung für die Ausschreibung vorbereitet. Die Ausschreibungsunterlagen legen fest, welche Bauleistungen, technischen Anforderungen und Mengen die beauftragten Bauunternehmen umsetzen müssen.

