- Betrug am Telefon: In Flöha und Lauter-Bernsbach erbeuteten Täter mit Schockanrufen 90.000 Euro von zwei Rentnerinnen. Die Kripo warnt.
Betrüger nehmen Rentnerinnen 90.000 Euro ab
Die Chemnitzer Kripo warnt erneut vor Betrug am Telefon. Mit Schockanrufen haben Täter in Flöha und Lauter-Bernsbach zwei Rentnerinnen um insgesamt 90.000 Euro gebracht. Dabei setzten sie ihre Opfer massiv unter Druck.
Vier Anrufer reden auf Seniorin ein
Am Montagabend klingelte bei einer Seniorin in Bernsbach das Telefon. Ihr Sohn habe einen schweren Unfall verursacht und dabei ein kleines Mädchen schwer verletzt, behaupteten die Täter.
Mehr als eine Stunde dauerte das Gespräch. Vier Frauen und Männer wechselten sich ab. Einer gab sich als Arzt aus. Für die Behandlung des Mädchens seien 50.000 Euro nötig.
Die Rentnerin konnte 30.000 Euro aufbringen. Gegen 21 Uhr erschien ein etwa 25 bis 30 Jahre alter, blonder Mann an ihrer Wohnung nahe der Thälmannstraße. Er nahm das Geld wortlos entgegen.
60.000 Euro an der Wohnungstür übergeben
Gestern traf der Betrug eine über 90-jährige Frau in Flöha. Angeblich habe ihr Sohn bei einem Unfall eine junge Frau schwer verletzt. Die Täter forderten 100.000 Euro Kaution. Sonst müsse der Sohn ins Gefängnis.
Die Anrufer hielten die Frau bis zur Geldübergabe am Telefon. Gegen 14.45 Uhr übergab sie in der Lessingstraße 60.000 Euro. Der Abholer war etwa 1,70 Meter groß, trug Jogginghose und Basecap und wirkte ungepflegt.
Rund 20 weitere Betrugsanrufe
Allein am Mittwoch wurden der Polizei rund 20 weitere Fälle aus Brand-Erbisdorf, Großschirma, Penig, Annaberg-Buchholz, Geyer, Thermalbad Wiesenbad, Sehmatal, Jöhstadt und Schlettau gemeldet. Die Täter gaben sich als Ärzte, Bankmitarbeiter oder Polizisten aus. Schaden entstand dort nicht.
Die Polizei rät, bei solchen Anrufen sofort aufzulegen, kein Geld an Fremde zu übergeben und Angehörige über Schockanrufe und falsche Polizisten zu informieren. Mehr Infos gibt es hier.
