- Die Elbbrücke hält, der Teil über die Bahn (li.) muss durch eine Behelfsbrücke ersetzt werden
- Die Brücke über die Gleise in Bad Schandau, die dann in die Elbbrücke mündet, muss abgerissen werden
- So sehen die Pläne für die Behelfsbrücke aus, die schon mal für die Elbbrücke erabeitet wurden. Nun wird nur der erste Teil bis zum Anschluss an die Elbbrücke auf Bahnhofsseite umgesetzt
Behelfsbrücke Bad Schandau: Zeitplan steht!
Nach der Brückensperrung ist vor der Brückensperrung? Das mögen viele Touristiker und Gäste in Bad Schandau denken. Denn nachdem die Elbbrücke in Bad Schandau kurz vor Ostern dieses Jahr wieder geöffnet werden konnten und seit Mitte November sogar für Fahrzeuge bis 30 Tonnen wieder nutzbar ist, macht der Brückevorbau über die Bahngleise Probleme. Doch eine (zur Carolabrücke in Dresden vergleichsweise) schnelle Lösung ist in Sicht.
„Die Brücke über die Bahn, die die B172 trägt, ist auf jedenfall nicht zu retten“, sagt Infrastrukturministerin Regina Kraushaar. Der vordere Brückenabschnitt über die Gleise, der dann auf die Elbbrücke führt, ist nur noch einspurig befahrbar, den Verkehr regeln Ampeln. Im Brückenbauwerk selbst überwachen Sensoren weitere, mögliche Spannstahlrisse. Einzige Lösung bis zum Neubau der Brücke: Eine Behelfsbrücke über die Bahn. Dafür legte das Infrastrukturministerium jetzt den Zeitplan vor:
Baumfällungen im Januar
Der Untergrund fürs neue (Behelfs)brückenfundament wurde im November bereits untersucht. Ein Stück Hang nahe des Rietzschgrundes muss abgetragen werden, damit die Behelfsbrücke den Schwenk auf die Bestandsbrücke machen kann. „Der Start der Baumfällarbeiten ist für den 16. Januar 2026 vorgesehen. Die Arbeiten umfassen sowohl den Bereich des Hangeingriffes als auch die Widerlager der Behelfsbrücken über die Bahn und über die Elbe“, so eine Sprecherin der Ministerin. Bis Ende Februar müssen die Arbeiten abgeschlossen sein, da danach Baumfällungen aus naturschutzrechtlichen Gründen wegen der Vogelbrut nicht erlaubt sind. Auf insgesamt zehn verschiedenen Flächen (insgesamt 3500 qm) müssen 83 Bäume sowie Sträucher weichen. „Während der Fällungen sind mehrere Verkehrsführungen vorgesehen, vornehmlich halbseitige Sperrungen mit Ampelregelung, um die Sicherheit während der Arbeiten zu gewährleisten und gleichzeitig den Verkehr aufrechtzuerhalten“, so das Ministerium.
Im Mai kommt die Brücke
Sachsen hatte sich bereits bei der Sperrung der Elbbrücke eine Behelfsbrücke beim Bund reservieren lassen. Die wurde dann erstmal nicht gebraucht, kann jetzt aber wieder reaktiviert werden. „Wir gehen da mit Fertigteilen vor, spätestens ab Mai stehen uns diese Teile auch zur Verfügung und es ist unser ganz erklärtes Ziel, wenn möglich, im 1. Halbjahr den Baustart zu geben“, so Kraushaar. Genaue Termine hängen auch mit den Sperrpausen der Bahn zusammen, die während des Baus die Zugfahrten einschränken müssen. Das Bauwerk selbst soll „deutlich unter einem Jahr“ errichtet sein, so die Ministerin vorsichtig. Bad Schandau könnte also auf eine Ersatzbrücke Ende 2026, Anfang 2027 hoffen.
Aufbau bei rollendem Verkehr
Sind Vollsperrungen ganz ausgeschlossen, vor allem wenn ab Ostern wieder die Touristen-Karawane in die Sächsische Schweiz rollt? Die Ministerin sagt: „Wir werden die Hauptsaison noch mit begrenzter Tonnage und Ampelschaltung überstehen müssen. Ich bin einigermaßen beruhigt, dass im Moment keine nennenswerten Staus sind und wir können dann nur hoffen, dass viele Tagestouristen sich in die S-Bahn, statt ins Auto setzen. Ob eine Komplettsperrung der B172 und der Brücke während des Brückenbaus nötig wird, ist noch offen.
Kraushaar: “Wir wollen ja den Verkehr rollen lassen über die derzeitige Vorlandbrücke und nebenher die Behelfsbrücke bauen, um dann den Verkehr auf der (fertigen, d.R.) Behelfsbrücke laufen zu lassen. Sperrungen wollen wir, wenn irgendwie möglich, vollständig vermeiden.„
Man habe ja schon Erfahrungen bei der Sperrung der Elbe-Brücke gesammelt. Kraushaar lobte in diesem Zusammenhang die sehr gute Zusammenarbeit mit der Kommune Bad Schandau, beteiligten Behörden und den Anwohnern vor Ort: “Auch wenn es nicht schön ist, was uns zusammenführt, aber wir haben immer das allerbeste draus gemacht.„


